Spaniens Nationaler Gerichtshof, die Audiencia Nacional in Madrid, ermittelt gegen den russischen Militärgeheimdienst GRU. Es geht um Unterstützung radikaler Gruppen in der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Nach einem Bericht der linksliberalen Tageszeitung El País hat der spanische Geheimdienst GRU-Offiziere bei Reisen nach Barcelona beschattet und eindeutig identifiziert. Ziel der Russen sei es, die innenpolitischen Spannungen in Spanien zu verschärfen, um so das Land zu destabilisieren. Madrider Kommentatoren gehen davon aus, dass die sozialistische Regierung unter Pedro Sánchez die Informationen gezielt an die ihr nahestehende Zeitung weitergegeben habe. Nach dem illegalen katalanischen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 hatte bereits die damalige Regierung unter dem Konservativen Mariano Rajoy auf die russische Einmischung im Katalonienkonflikt hingewiesen. Auch Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) hätten dies bestätigt.
Spanien:Separatisten mit russischer Hilfe
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Das höchste Gericht ermittelt gegen Agenten des Moskauer Militärgeheimdienstes, die offenbar im Konflikt mit Katalonien mitmischten.
Von Thomas Urban, Madrid
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