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Coronavirus:"Haben mehr als genug Impfstoff bestellt"

Jens Spahn bei einer Pressekonferenz zur Corona-Impfverordnung, in der eine entsprechende Impfreihenfolge festgelegt wi

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

(Foto: Christoph Hardt/imago images)

Gesundheitsminister Spahn äußert sich zur Kritik an den Corona-Impfungen. Der schleppende Start liege nicht an zu wenig bestellten Vakzinen, sondern an Produktionsengpässen bei den Herstellern.

Angesichts wachsender Kritik am schleppenden Impfstart in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bekräftigt, dass Deutschland genug Impfstoff gegen Covid-19 beschafft habe. "Wir haben genug, mehr als genug Impfstoffe bestellt", sagt der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es zu Beginn der Impfkampagne zu wenig Vakzine gebe. Dies liege aber nicht an einer falschen Einkaufsstrategie Deutschlands und Europas, sondern an fehlenden Produktionskapazitäten bei den Unternehmen.

Spahn erneuerte seine Zusage, derzufolge sich "bis zum Sommer" jeder Mensch in Deutschland impfen lassen könne, der wolle. Dies gelte zumindest, wenn neben dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech weitere zugelassen würden. Spahn sagte, er rechne noch heute mit der Genehmigung des Impfstoffs des US-Konzerns Moderna. "Das gibt zusätzliche Zuversicht." Wenige Minuten nach seinem Statement gab die Europäische Arzneimittelbehörde tatsächlich grünes Licht für das Präparat.

Deutschland habe allein bei Biontech und Moderna mehr als 130 Millionen Dosen bestellt, sagte Spahn. Wegen der Herstellungsengpässe könnten diese zwar nicht sofort geliefert werden, aber "im Laufe des Jahres". Im ersten Quartal des Jahres seien von Moderna zwei Millionen Dosen zu erwarten.

Biontech will Produktion für Europa ausweiten

Spahn sprach auch die Pläne von Biontech an, bald einen zusätzlichen Produktionsstandort in Marburg zu eröffnen. Es sehe "sehr gut aus", dass die Arbeit dort bereits im Februar beginnen könne. Die in Marburg hergestellten Vakzine seien vor allem für Europa bestimmt, dies könne die Impfkampagne in Deutschland beschleunigen.

Der Bundesgesundheitsminister sprach auch über das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und einigen weiteren Ministern am Mittwochmorgen, bei dem es um die Impfungen gegangen war. Boulevardmedien hatten geschrieben, dies komme einer Entmachtung Spahns durch die Bundeskanzlerin gleich, diese mache die Impfstoff-Beschaffung nun zur Chefsache.

Spahn sagte, es sei nur ein "Abstimmungstreffen" gewesen, bei dem es um die Frage gegangen sei, wie die Produktion der Impfstoffe gesteigert werden könne. "Ich halte das für einen ziemlich normalen Vorgang, dass zuständige Minister sich zu Sachfragen abstimmen. Ich mache das eigentlich den ganzen Tag."

© SZ.de/bepe/vwu
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