Die Pflegeversicherung steuert trotz einer erneuten Anhebung der Beiträge auch in diesem Jahr auf eine kritische Finanzlage zu. Zu erwarten sei ein Defizit von rund einer halben Milliarde Euro, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen mit, der auch die Pflegekassen vertritt. „Der Pflege steht das Wasser bis zum Hals. Und der Pegel steigt“, sagte Verbandschefin Doris Pfeiffer. Im Laufe des Jahres dürften wohl weitere Pflegekassen auf kurzfristige Unterstützung zur Sicherung ihrer Liquidität angewiesen sein. Pfeiffer sagte: „Wir haben noch drei Viertel des Jahres vor uns, und die Finanzentwicklung in der Pflege ist besorgniserregend.“ Eine erste Pflegekasse musste mittlerweile Finanzhilfe aus einem Ausgleichsfonds beantragen. Es gebe zwar derzeit keinen Grund zur Beunruhigung für Pflegebedürftige, dass aktuell keine Leistungen gewährt werden könnten. Aber die Reserve sei bald leer, die Politik müsse handeln. Erst zu Jahresbeginn wurden die Pflegebeiträge um 0,2 Prozentpunkte angehoben.