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Sozialist siegt über Sarkozy:Wahlsieger Hollande verspricht Frankreich den Wandel

Linksrutsch in Frankreich: Erstmals seit 17 Jahren zieht wieder ein Sozialist in den Präsidentenpalast ein. Im zweiten Wahlgang besiegt François Hollande den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy klar. Während der seinen Rücktritt aus der Politik ankündigt, verspricht Hollande seinen Landsleuten: "Der Wandel beginnt jetzt."

Machtwechsel im Élysée: Der Sozialist François Hollande hat die französische Präsidentschaftswahl vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gewonnen. Erstmals seit 17 Jahren zieht damit wieder ein Sozialist in den Präsidentenpalast ein.

[] Hollande mit klarem Vorsprung: Nach Auszählung von über 75 Prozent der Stimmen liegt Hollande bei 51,6 Prozent, Präsident Nicolas Sarkozy bei 48,4 Prozent. Ungültig waren 6,24 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent und damit niedriger als vor fünf Jahren.

[] Die Siegesrede: "Der Wandel beginnt jetzt", sagte Hollande vor Tausenden jubelnden Menschen in seiner Hochburg Tullein in Südwestfrankreich. "Heute Abend gibt es nur noch ein Frankreich, das in seinem Schicksal vereint ist." Er versprach, die Industrie anzukurbeln, die Staatsschulden zu kontrollieren, das französische Sozialmodell zu erhalten und für Wachstum und Beschäftigung in der EU zu sorgen. Seinem geschlagenen Gegner Sarkozy sandte der neue Präsident einen "republikanischen Gruß". "Er verdient all unseren Respekt."

[] Sarkozy räumt Niederlage ein: Kurz vor der Rede Hollandes war in Paris ein geknickter Nicolas Sarkozy vor seine Anhänger getreten und hatte seine Niederlage eingestanden. "Ich übernehme die gesamte Verantwortung", sagt Nicolas Sarkozy und kündigt seine Rückzug aus der Politik an: "Nach 35 Jahren in der Politik wird mein Platz nicht mehr derselbe sein."

[] Glückwünsche aus Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte dem neuen Präsidenten telefonisch und lud ihn nach Berlin ein. Hollande hatte schon im Wahlkampf angekündigt, seine erste Reise als Staatschef werde nach Deutschland führen.

Für Süddeutsche.de berichtet Lilith Volkert (@livolkert bei Twitter) in Paris sowie Nakissa Salavati und Michael König (@michikoenig) in München.