Süddeutsche Zeitung

Soziale Schieflage:Jede vierte Familie ist arm

In Deutschland sollen immer mehr Menschen von Armut betroffen sein. Eines der größten Risiken scheinen immer noch Kinder zu sein: Denn Familien leben überdurchschnittlich häufig von Einkünften, die unterhalb der Armutsgrenze liegen.

Jede vierte Familie in Deutschland (26 Prozent) fällt laut einem Bericht des Spiegel unter die Armutsgrenze.

Unter Berufung auf einen Entwurf für den nächsten "Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin, insgesamt hätten 18 Prozent der Deutschen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung - also fast jeder fünfte.

Grundlage der Berechnung sei das "Sozio-oekonomische Panel" (SOEP), eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte in Deutschland, die seit 1984 bei denselben Personen und Familien durchgeführt wird. Das Bundesarbeitsministerium bestätigte diese Zahlen am Samstag nicht.

Der Bericht zu den "Lebenslagen in Deutschland" werde derzeit im Ministerium erarbeitet und gehe dann in die Ressortabstimmung. Er werde noch in diesem Jahr vorgelegt, sagte eine Sprecherin.

Der erste Armuts- und Reichtumsbericht war von der damaligen rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2000 in Auftrag gegeben worden. Im März 2005 wurde dann der zweite Bericht vorgelegt. Demnach waren Ende 2003 13,5 Prozent der Menschen in Deutschland arm, von den Familien waren es 13,9 Prozent. Damit galten mehr als 11 Millionen Bürger als arm.

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dpa/gal
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