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Somalia:UN rufen Hungersnot in drei weiteren Regionen aus

Die Lage in Somalia spitzt sich zu: Nach Einschätzung der UN hat sich die Hungersnot auf drei weitere Regionen in dem Land ausgeweitet. Im Süden und im Zentrum des Landes litten immer mehr Menschen an Unterernährung.

Aufgrund der dramatischen Situation in den Dürregebieten Somalias haben die Vereinten Nationen in drei weiteren Regionen des Landes offiziell eine Hungersnot ausgerufen.

Hungerkatastrophe in Afrika

Eine somalische Mutter und ihr Sohn warten vor einem Flüchtlingscamp in Dadaab. Derzeit leben fast 400.000 Menschen in der größten Notunterkunft der Welt. Und der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab.

(Foto: dpa)

Hintergrund der Entscheidung sei die steigende Zahl der Menschen im Süden und im Zentrum des Bürgerkriegslandes, die an akuter Unterernährung leiden. Dies teilten die Ernährungsexperten der UN mit. Auch die Sterberate sei deutlich erhöht. Nach Einschätzung der zuständigen UN-Organisation FSNAU könnte sich die Situation in den Dürregebieten am Horn von Afrika in den nächsten Monaten weiter verschlimmern.

Zugleich warnten die Experten, dass die Hilfsleistungen für die leidende Bevölkerung immer noch unangemessen seien. Es sei dringend nötig, die Hilfen auszustocken. Allein in Somalia sollen 3,7 Millionen Menschen von der Krise betroffen sein. 3,2 Millionen von ihnen benötigen nach Angaben der Helfer sofortige, lebensrettende Maßnahmen. "Die Zukunftsaussichten sind sehr düster", sagte Grainne Moloney von der FSNAU.

Unterdessen hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) Kritik an einem zu geringen Engagement der Bundesregierung zurückgewiesen. Die bisher genannten Summen für den Einsatz seien korrekt berechnet worden, sagte er am Mittwoch in Berlin. Zum einen gebe es 30 Millionen Euro für die bilaterale Zusammenarbeit mit den von der Hungersnot betroffenen Staaten. Desweiteren stammten etwa 20 Prozent der EU-Hilfe von 160 Millionen Euro von der deutschen Seite. Zudem sei Deutschland auch an den Hilfen der Weltbank beteiligt, sodass sich die deutsche Hilfe für die Hungernden in Ostafrika auf insgesamt ungefähr 100 Million Euro belaufe, erklärte Niebel.

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