Somalia:Rebellen drohen mit Hinrichtung französischer Geisel

Die islamistische Al-Shabaab-Miliz will ihre Geisel Denis Allex hinrichten. Die französische Regierung hatte zuvor gemeldet, der Geheimdienstagent sei bereits bei einem Befreiungsversuch getötet worden. Die Extremisten hatten aber betont, ihre Geisel sei am Leben. Der Unmut der Rebellen richtet sich unter anderem gegen Frankreichs Einsatz in Mali.

Somalische Rebellen haben gedroht, einen als Geisel festgehaltenen französischen Geheimagenten zu töten. Der Mann solle enthauptet werden, kündigte die mit der radikal-islamischen al-Qaida verbündete Al-Shabaab-Miliz am Mittwoch an.

Vor wenigen Tagen war eine Befreiungsaktion der französischen Regierung gescheitert. Frankreich hatte am Samstag mitgeteilt, es sei davon auszugehen, dass der Agent Denis Allex dabei getötet worden sei. Die Extremisten hatten aber betont, ihre Geisel sei am Leben. Bei der gescheiterten Militäraktion waren auch zwei französische Soldaten und zahlreiche Rebellen getötet worden.

Die somalischen Extremisten begründeten die angekündigte Ermordung ihrer Geisel mit dieser Aktion der Franzosen sowie "Frankreichs wachsender Verfolgung der Muslime in aller Welt, der anti-islamischen Politik zu Hause (...) und den Militäroperationen in Afghanistan und Mali". Frankreichs "schon lange währende Politik der Fahrlässigkeit" sei für den Tod von Allex wie auch anderer französischer Geiseln verantwortlich.

Al-Shabaab hatte nach der gescheiterten Geiselbefreiung Fotos eines der getöteten französischen Soldaten veröffentlicht. Paris reagierte mit Entsetzen, Premierminister Jean-Marc Ayrault sprach von einer "besonders verabscheuungswürdigen Inszenierung". Fotos von Allex wurden nicht veröffentlicht.

Allex war einer von zwei französischen Geheimdienst-Mitarbeitern, die 2009 in der somalischen Stadt Mogadischu von der Al-Shabaab-Miliz verschleppt wurden. Der zweite konnte kurz darauf entkommen, Allex blieb seither in der Gewalt der Entführer. Diese hätten den Franzosen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und Verhandlungen hätten nicht gefruchtet, erklärte die Pariser Regierung.

© Süddeutsche.de/Reuters/kjan/mane
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