Solidaritätsdemonstration für Trayvon Martin:Hoodies gegen Rassismus

Der Tod des 17-jährigen Trayvon Martin hat in den USA eine heftige Debatte über Rassismus entfacht. Einen Monat nach der Tat gehen Tausende US-Bürger zu einer Solidaritätsdemonstration auf die Straße. Beim "Million Hoodie March" fordern sie die Verhaftung des Schützen - und ein Ende der Vorurteile.

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Atlanta Civil Right Activists Organize March In Memory Of Trayvon Martin

Quelle: AFP

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Der Tod des 17-jährigen Trayvon Martin hat in den USA eine heftige Debatte über Rassismus entfacht. Einen Monat nach der Tat gehen Tausende US-Bürger zu einer Solidaritätsdemonstration auf die Straße. Beim "Million Hoodie March" fordern sie die Verhaftung des Schützen - und ein Ende der Vorurteile.

Am 26. Februar wurde der 17-jährige Trayvon Martin von dem selbst ernannten Nachbarschaftshüter George Zimmerman in Sanford, Florida, erschossen. Ein Monat später hat sich um den Tod des Teenagers in den USA eine weitreichende öffentliche Debatte um Rassismus und Waffengesetze entwickelt. Journalisten, Blogger und Politiker befeuern die Diskussion. Am 26. März gehen Tausende Menschen zum Gedenken des Teenagers in mehreren amerikanischen Städten auf die Straße.

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Quelle: AP

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Der unbewaffnete Junge schwarzer Hautfarbe spazierte am 26. Februar mit einem Kapuzenpullover durch den Vorort des Schützen George Zimmerman. Dieser rief beunruhigt die Polizei: Er fühle sich von dem Teenager bedroht. Die Polizei riet ihm ab, Martin zu verfolgen (sein Notruf lässt sich beim News-Portal Mother Jones anhören). Trotzdem ging Zimmerman dem 17-Jährigen nach. Der weitere Tathergang ist offen: Hat Martin auf Zimmerman eingeprügelt? Klar ist, dass Zimmerman den Jungen erschoss und sich anschließend vor der Polizei auf sein Recht der Notwehr berief.

Atlanta Civil Right Activists Organize March In Memory Of Trayvon Martin

Quelle: AFP

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Kapuzenpullover wie ihn Martin trug, werden in den USA Hoodie genannt. "Million Hoodie March", so wurden deshalb die Solidaritätsdemonstrationen für Martin und dessen Familie genannt. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit.

Civil Rights Activists Join Protest Rally And Town Hall Mtg On Killing Of Trayvon Martin

Quelle: AFP

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Der Fox-News-Moderator Geraldo Rivera hatte die Debatte um die Hoodies angefacht: Zwar nannte er den Toten ein "innocent kid", ein unschuldiges Kind, bediente sich aber ebenfalls gängiger Klischees: "Ich wette um Geld, wenn der Junge nicht diesen Kapuzenpullover getragen hätte, wäre ihm der Möchtegern-Polizist gar nicht nachgestiegen."

Civil Rights Activists Join Protest Rally And Town Hall Mtg On Killing Of Trayvon Martin

Quelle: AFP

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Einer CNN-Umfrage zufolge sprechen sich 73 Prozent, also eine große Mehrheit der US-Bürger, für die Verhaftung des Schützen aus, der noch auf freiem Fuß ist. Eine Petition zur Strafverfolgung Zimmermans haben mittlerweile zwei Millionen Menschen unterzeichnet.

Atlanta Civil Right Activists Organize March In Memory Of Trayvon Martin

Quelle: AFP

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In Sanford gingen zum Gedenken an Trayvon Martin am 26. März rund 8.000 Menschen auf die Straße. Auch in Pennsylvania, Atlanta und Washington demonstrierten US-Bürger ihr Mitgefühl und ihre Wut über die Tat. Nach dem Tod Martins ist eine öffentliche Debatte darüber entbrannt, wie rassistisch die Motive Zimmermans waren.

Tracy Martin and Sybrina Fulton, parents of the late Trayvon Martin, watch the Rev. Jesse Jackson speak during a Sanford City Commission meeting in Sanford

Quelle: REUTERS

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Am Protest beteiligten sich auch die prominenten Bürgerrechtler wie Al Sharpton und Jesse Jackson. Sie fordern Gerechtigkeit in einem Justizsystem, in dem die Hautfarbe allzu oft über die Bestimmung von Täter und Opfer mitentscheide. Das Bild zeigt Jesse Jackson in Sanford (rechts), sowie Tracy und Sybrina Martin (2. und 3. von rechts), die Eltern des Toten. 

Parents of slain FL teen Trayvon Martin address city council in S

Quelle: dpa

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Die Proteste verliefen friedlich, aber der Tod des jungen Trayvon entflammt auch erneut die Wut über die Polizei, das amerikanische Rechtssystem und die herrschenden Vorurteile in den USA. Die Schwarzenorganisation "The New Black Panther Party" hat auf Zimmerman ein Kopfgeld über 10.000 Dollar ausgesetzt.

Parents of slain FL teen Trayvon Martin address city council in S

Quelle: dpa

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Am 10. April entscheidet eine Grand Jury, ob George Zimmerman wegen Mordes an Trayvon Martin angeklagt wird. Die Demonstranten riefen diesen Tag als "Kapuzentag" aus. Offenbar avanciert der Hoodie zu einem Zeichen der Solidarität und des Protests gegen Rassismus.

© süddeutsche.de/afp/dpa/sana/segi/fzg
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