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Vor dem Gespräch mit der Kanzlerin:Söder gegen Lockerung der Corona-Beschlüsse

Kabinett Bayern

Es müsse jetzt "besonderes Augenmerk" auf den Schulen liegen, sagt Markus Söder.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

"Die Zahlen sind nach wie vor zu hoch", sagt der bayerische Ministerpräsident. Er bringt sogar eine Verschärfung der Maßnahmen ins Spiel. Außerdem verlangt er "einheitliche Corona-Regeln" für die Schulen.

Von Robert Roßmann, Berlin

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich gegen eine Lockerung der Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung aus - er bringt stattdessen sogar eine Verschärfung ins Spiel. Söder sagte der Süddeutschen Zeitung: "Die Kurve flacht sich ab, aber die Zahlen sind nach wie vor zu hoch." Man müsse "wieder auf den Inzidenzwert von 50 kommen - nur dann können Infektionen nachhaltig nachverfolgt werden". Derzeit liegt der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, in Bayern bei etwa 180.

An diesem Montag wollen die 16 Ministerpräsidenten zusammen mit der Bundeskanzlerin eine Zwischenbilanz der Einschränkungen, die den ganzen November über dauern sollen, ziehen. Söder geht davon aus, dass es bei diesem Gespräch noch zu früh für grundsätzliche Entscheidungen ist. "Wir können erst nächste Woche entscheiden, ob wir den Lockdown verlängern oder sogar vertiefen müssen", sagte der CSU-Chef.

Es könnte also, wenn es nach Söder geht, in der Woche vom 23. bis 27. November eine weitere Besprechung der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin geben, bei der die Maßnahmen gegen die Pandemie sogar verlängert und verschärft statt gelockert werden.

Merkel stimmte die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls auf schwere Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel in einem Video-Podcast. Das Virus werde "noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen - das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können".

Söder verlangt Anpassung der Lehrpläne

Söder sagte der SZ, es müsse jetzt "besonderes Augenmerk" auf den Schulen liegen. "Die Stimmung in der Schulfamilie" sei "sehr angespannt". Man brauche nun "einheitliche Corona-Regeln: zum Beispiel eine Maskenpflicht für alle Schulen in Deutschland. Und vorsorglich eine Regelung, ab wann und wie für ältere Jahrgänge der Unterricht in Präsenz oder bei Bedarf im Wechsel stattfinden könnte." Außerdem brauche man "eine klare Vereinbarung, Lehrpläne anzupassen und so den Leistungsdruck für die Schüler zu reduzieren".

© SZ/fued
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