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Social Media gegen Joseph Kony:Nicht alle Gegner Konys sind gut

Außerdem verweist IC auf die Verwendung der Spendengelder: Ein Drittel der Gelder gehe in Aktionen vor Ort. Die Organisation unterstützt demnach ein Radioprojekt, das von Aktionen der LRA berichtet, anschließend die Bevölkerung vorwarnt und die Aktivitäten dokumentiert. Dadurch könnten Informationen gesammelt werden, die die Verhaftung Konys vereinfachen. Außerdem investiert die NGO Geld in ein Zentrum für psychische Aufarbeitung in Dungu, Demokratische Republik Kongo, und kooperiert dabei mit anderen Hilfsorganisationen. Bildungsstätten und Aufbauprogramme in Norduganda sollen die Bevölkerung stärken.

[] Nicht alle Gegner Konys sind gut

Kony, so die Kritiker, sei ein Massenmörder. Aber einer unter vielen. In Zentralafrika seien die Konflikte derart miteinander verwoben, dass auch nach Konys Verhaftung das willkürliche Morden weiter gehen wird. Der Ansatz von IC sei daher oberflächlich, Kony nur ein Symptom: Schließlich liege das Problem in der ineffektiven Regierungsführung der betroffenen Staaten, denen es nicht gelinge, ihre Bürger zu schützen. Die Armee Ugandas selbst ist für Menschenrechtsverletzungen wie Vergewaltigungen bekannt. Sie nur zu unterstützen, weil sie ebenfalls gegen Kony ist, sei kurzsichtig und gefährlich.

IC antwortet darauf mit Pragmatismus: Wenn Kony gestoppt werden soll, brauche es gut ausgestattete Kräfte. Die ugandische Armee ist ihren Angaben nach besser ausgestattet als die des Sudan oder Kongo. Die Spendengelder gehen, so IC, nicht an die Regierung Ugandas, man müsse aber mit ihr kooperieren. Wie diese Zusammenarbeit dann genau aussieht, das erklärt IC nicht.

[] Kony 2012 und seine Macher sind naiv und unprofessionell

Die selbsterklärten Friedensaktivisten von IC posieren auf einem Foto von 2008 mit Waffen neben sudanesischen Soldaten. Viele Kritiker nehmen darauf Bezug. Tatsächlich ist das ein schwieriges Bild für eine Gruppe, deren "Army for Peace", so wie sie ihre Millionen Anhänger nennt, Gewalt verhindern möchte.

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