Frankreich hat gesprochen: Handys sind in Schulen bis zum Ende der Mittelstufe verboten. Sogar die Pausen müssen die Kids unter 16 Jahren jetzt ohne Smartphone durchstehen. Das Gesetz sei eine Botschaft an die französische Gesellschaft, sagt der Bildungsminister - und an andere Länder der Welt.
Ist die stramme Norm der Nachbarn nachahmenswert? Immerhin kann die Handynutzung süchtig machen, für brutales Mobbing missbraucht werden und aus der Trübnis des Internets zutiefst Verstörendes in die Kinderseele befördern. Trotzdem: Ein generelles Handyverbot an Schulen braucht es nicht, schon gar keins von ganz oben. Paris ordnet an, die République folgt - so läuft das in Deutschland nicht. So sehr die Bildungshoheit von 16 Bundesländern nerven kann, wenn sie übergeordnete Themen quälend verschleppen, so sehr bringt der Pluralismus in pädagogischen Alltagsfragen die schulische Gesellschaft weiter.
Die Länder haben längst erkannt, wer aus dem Handy-Für-und-Wider Regeln extrahieren sollte: die Schulen selbst. Sogar bayerische Schüler, Lehrer und Eltern dürfen nun mitreden, wenn auch nur über die Nutzung außerhalb des Unterrichts. Dieser demokratische Weg ist sinnvoll, weil die Schüler ihn mitgehen. Sich eigene Regeln fürs Handy zu geben, ist die beste Medienerziehung.