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Attentat auf Ex-Doppelagent:Giftspuren an Skripals Wohnhaus gefunden

  • Der Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia ist offenbar bei ihm zuhause verübt worden.
  • Die britische Polizei teilte mit, dass die höchste Konzentration des Gifts an der Tür des Wohnhauses von Skripal im englischen Salisbury gefunden wurde.
  • Mehr als 250 Anti-Terror-Ermittler arbeiten Polizeiangaben zufolge rund um die Uhr an der Aufklärung des Attentats.

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal ist britischen Ermittlern zufolge zuerst in seinem Haus mit einem Nervengift in Kontakt gekommen. An der Haustür sei "die bislang höchste Konzentration" der Substanz nachgewiesen worden, teilte die Londoner Polizei mit. "Wir konzentrieren deshalb einen großen Teil unserer Anstrengungen auf ihre Adresse und die Umgebung", sagte Dean Haydon, der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard.

Bislang hatten sich die Behörden nicht dazu geäußert, wo Skripal und seine Tochter dem Gift ausgesetzt worden sein könnten. Untersucht wurden unter anderem ein Pub, ein Restaurant und ein Friedhof in Salisbury. Spuren des Gifts seien auch an anderen Stellen gefunden worden, allerdings nicht in der gleichen Konzentration, hieß es weiter.

Mehr als 5000 Stunden Videomaterial wurden bisher ausgewertet

Mehr als 250 Anti-Terror-Ermittler arbeiten Polizeiangaben zufolge rund um die Uhr an der Aufklärung des Attentats, bei dem bisherigen Erkenntnissen zufolge ein Nervenkampfstoff des Typs Nowitschok aus russischer Produktion eingesetzt wurde, wie London vermutet. Bislang seien mehr als 5000 Stunden Videomaterial von Überwachungskameras und mehr als 1350 sichergestellte Gegenstände ausgewertet worden, sagte Haydon weiter.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Parkbank aufgefunden worden. Beide liegen weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand im Krankenhaus.

Großbritannien macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Die britische Regierung und ihre westlichen Verbündeten ordneten als Reaktion auf das Attentat die Ausreise russischer Diplomaten an. Insgesamt sind fast 150 Russen von den Ausweisungen betroffen, darunter 23 in Großbritannien. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück und kündigte eine Reaktion auf die Strafmaßnahmen an.

© SZ.de/AFP/fie

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