SipriDeutschland viertgrößter Waffen-Exporteur

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Mitarbeiter bei Rheinmetall arbeiten an einem Kanonenrohr für den Kampfpanzer  Leopard 2A4 . (Archivbild)
Mitarbeiter bei Rheinmetall arbeiten an einem Kanonenrohr für den Kampfpanzer Leopard 2A4. (Archivbild) Philipp Schulze/dpa

Das Friedensforschungsinstitut Sipri beobachtet die Waffenexporte der vergangenen fünf Jahre. Deutschland überholt China. Fast ein Viertel der deutschen Waffenexporte geht in die Ukraine.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine ist Deutschland zum viertgrößten Rüstungsexporteur aufgestiegen. Damit überholte die Bundesrepublik China, wie aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht. 5,7 Prozent der Waffen weltweit stammen demnach aus der Bundesrepublik. Etwa ein Viertel der deutschen Waffen, 24 Prozent, gingen in die Ukraine, 17 Prozent in andere europäische Staaten. Der weltweit größte Lieferant bleiben die USA. Ihre Gesamtwaffenexporte stiegen um 27 Prozent. Frankreich landet vor Russland auf Platz zwei.

Die globalen Waffenlieferungen stiegen laut den Friedensforschern im Vergleich der vergangenen beiden Fünfjahreszeiträume um 9,2 Prozent. Die Sipri-Daten beziehen sich auf das Volumen von Rüstungslieferungen, nicht auf deren finanziellen Wert. Da dieses Volumen von Jahr zu Jahr je nach Auftragslage stark schwanken kann und es den Friedensforschern in ihren Berichten um langfristige Trends geht, vergleichen sie Fünfjahreszeiträume statt Einzeljahre, diesmal die Jahre 2021 bis 2025 mit 2016 bis 2020.

Die europäischen Staaten verdreifachten ihre Waffenimporte in diesem Zeitraum. Laut den Sipri-Daten importierten die europäischen Staaten in den vergangenen fünf Jahren 33 Prozent der weltweit gehandelten Waffen. Damit seien die Importe der Region gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 bis 2020 um 210 Prozent gestiegen. Hinter der Ukraine waren Polen und Großbritannien die größten Waffenimporteure in Europa. Fast die Hälfte der an europäische Staaten gelieferten Waffen stammte laut Sipri aus den USA (48 Prozent), gefolgt von Deutschland (7,1 Prozent) und Frankreich (6,2 Prozent).

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Größter Treiber dieser Entwicklung ist weiterhin der Krieg in der Ukraine. Die russische Bedrohung veranlasst die Länder Europas auch, ihre eigene Rüstungsfähigkeit zu stärken. Auch die Unsicherheit darüber, inwiefern die USA ihre Nato-Partner im Ernstfall verteidigen würden, hat die Nachfrage nach Waffen unter den europäischen Nato-Staaten dem Bericht zufolge in die Höhe getrieben.

„Obwohl europäische Unternehmen ihre Waffenproduktion hochgefahren haben und die neuen Investitionshilfen der EU für die Rüstungsindustrie der Mitgliedstaaten zu einer Reihe von Aufträgen innerhalb der EU geführt haben, haben die europäischen Staaten auch 2021–25 weiterhin US-Waffen importiert, insbesondere Kampfflugzeuge und Luftabwehrsysteme mit großer Reichweite“, sagte Forscherin Katarina Đokić. Die USA standen im Zeitraum 2021 bis 2025 für 42 Prozent aller internationalen Waffenlieferungen und exportierten Rüstung in 99 Staaten. „Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten ging der größte Anteil der US-Waffenexporte nach Europa und nicht in den Nahen und Mittleren Osten“, heißt es im Sipri-Bericht.

© SZ/dpa/epd/danju - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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