Simbabwe Wahrer Wandel muss es sein

Mugabes Nachfolger stehen nicht für ein neues System. Europa darf sich nicht täuschen lassen.

Von Bernd Dörries

Robert Mugabe hatte es noch einmal mit allen Tricks versucht, die ihn 37 Jahre lang an der Macht hielten. Er hielt eine Rücktrittsrede, bei der er den Rücktritt vergaß. Er versuchte, einfach weiterzuregieren, obwohl keiner mehr auf ihn hörte. Was früher funktionierte, wirkte zuletzt einfach nur lächerlich.

Nun hat er es endlich selbst gemerkt und mit 93 Jahren seine Herrschaft beendet. Ihm blieb keine Wahl. Das Militär wollte seinen Rückzug, im Parlament lief die Amtsenthebung. Ein Neuanfang für Simbabwe ist das noch lange nicht. Der mutmaßliche Nachfolger Emmerson Mnangagwa und seine Clique haben klargemacht, was dieser Wechsel für sie ist: eine interne Angelegenheit, bei der ein korrupter Verbrecher den anderen ablöst.

Sie haben aber unterschätzt, dass das Volk genug hat von ihnen, zu Hunderttausenden auf die Straßen stürmte und aus dem Putsch eine Art Revolution machte, die mehr will als kosmetische Veränderung. Dafür wird eine Demonstration aber nicht reichen. Der Wandel kommt nur, wenn man ihn mutig erzwingt.

Auch der Westen kann etwas dafür tun, dass die Revolution in Simbabwe nicht erstickt. Mugabe wurde von seinen Leuten auch abgesetzt, weil es nichts mehr zu plündern gab. Die Neuen werden jetzt von Reformen reden, weil sie Investitionen brauchen. Darauf darf Europa aber nicht hereinfallen. Geld darf es nur für echten Wandel geben.