Silvio Berlusconi Ende eines Staatsverächters

Vom Staatspräsidenten über die Verfassung und die Justiz bis hin zur Volksvertretung hat Berlusconi alle beschimpft - als Hindernisse für seine eigenen Interessen. Italiens Senat schließt den Ex-Premier nun aus, doch der Schaden wird noch lange bleiben.

Ein Kommentar von Andrea Bachstein, Rom

Bis zum letzten Moment, in dem er dem Parlament des Staates angehört, auf dessen Wohl er vereidigt ist, versagt Silvio Berlusconi den Gesetzen und Institutionen dieses Staates den Respekt. Seine Zeit als Senator ist nun zu Ende gegangen, weil er auch als Unternehmer Gesetze missachtet hat.

Im entscheidenden Fall haben ihm das drei Gerichte bestätigt. Doch Berlusconi spricht all diesen Richtern die Legitimität ab, genauso wie dem Senat, der ihn nun ausgeschlossen hat. Damit bleibt er einer Haltung treu, die er zwei Jahrzehnte lang, auch als Premier, ohne jede Scheu gezeigt hat.

Vom Staatspräsidenten über die Verfassung und die Justiz bis hin zur Volksvertretung hat er alle beschimpft und mit Geringschätzung behandelt - als Hindernisse für seine eigenen Interessen. Dies ist eines der skandalösesten Markenzeichen der Ära Berlusconi.

Der Schaden, der daraus in Italien entstanden ist, wird noch lange bestehen bleiben. Denn bei seinen treuen Anhängern, die er nun wieder auf die Straße trommelt, ist seine Propaganda eingesickert wie Gift. Aber nicht nur bei ihnen. Berlusconi hat dem Misstrauen vieler Italiener gegen die Institutionen stets Nahrung gegeben und dazu beigetragen, dass sich die Bürger vom Staat abwenden. Bis zuletzt bleibt Berlusconi dieser destruktiven Attitüde treu. Könnte er, so würde er eher die Regierung stürzen, als Recht und Gesetz zu akzeptieren.