Sexismus-Debatte:Ein "honoriger und angesehener" Mann

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Ohne also die genauen Umstände des Abends zu kennen, verteidigt Döring den Spitzenmann der FDP. Der sei ein "honoriger und angesehener" Mann, der viele Staatsämter bekleidet habe. Es werde in der Öffentlichkeit ein "Zerrbild" von ihm gezeichnet, das ihm nicht gerecht werde. Der Frage, woher er das wissen könne, er habe Brüderle schließlich nicht gefragt, wie es tatsächlich gewesen sei, weicht Döring aus.

Stattdessen warnt er die versammelten Journalisten, dass der Fall jetzt Folgen für das Verhältnis von Politikern zu Journalisten haben könne. Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP in Schleswig-Holstein, hat angekündigt jetzt nicht mehr mit Journalistinnen in ein Auto steigen zu wollen. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hat ein verabredetes Interview mit der Stern-Journalistin wieder abgesagt.

Ober er anderen Vertretern seiner Partei jetzt Ähnliches rate, wird Döring gefragt. Das müssten die Kollegen für sich entscheiden. Aber wenn auf diese Art Vertraulichkeit gebrochen werde, "dann kann das Folge dieser Diskussion sein".

Bürger erwarten Entschuldigung von Brüderle

Für Brüderle dürfte es nicht leicht sein, die Fragen an ihn dauerhaft unbeantwortet zu lassen. Der öffentliche Druck nimmt zu. In einer repräsentativen Umfrage verlangen mehr als 90 Prozent der Befragten eine Entschuldigung von Brüderle.

Wenn er damit noch lange wartet, wird der Zeitpunkt schnell verstrichen sein, bis zu dem er sie glaubhaft aussprechen kann. Dann könnte eintreten, was Döring jetzt schon befürchtet. Dass nämlich die Sexismus-Diskussion immer ein Stück weit mit Brüderles Namen in Verbindung gebracht wird.

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