Separatisten in der EU Korsika

Seit etwa 40 Jahren ist es auf der Insel, die seit 1769 zu Frankreich gehört, zu Anschlägen von Separatisten wie den Mitgliedern der Korsischen Nationalen Befreiungsfront (FLNC) gekommen. Ziele waren vor allem Gebäude wie Villen wohlhabender Franzosen und Ferienhäuser. Aber es kam auch zu Morden. So wurde 1998 Claude Erignac, Präfekt der Insel, erschossen. Viele Todesfälle gehen allerdings offenbar auch auf den Versuch der korsischen Separatisten zurück, die Mafia auf der Insel zu bekämpfen.

Ein Referendum zu mehr Autonomie, das die Regierung in Paris 2003 auf der Insel durchführen ließ, wurde von der Mehrheit der Korsen knapp abgelehnt. Inzwischen hat etwa die FLNC erklärt, nicht mehr länger mit Gewalt für die Unabhängigkeit kämpfen zu wollen.

Anschlag auf ein Finanzamt in Cervione auf Korsika 1999

(Foto: DPA)

Bei der Regionalwahl Ende 2015 gelang es einer Einheitsliste korsisch-nationalistischer Gruppen, stärkste Kraft im korsischen Parlament zu werden. Das Wahlergebnis war Folge von Problemen der korsischen Bevölkerung mit muslimischen Einwanderern und der zunehmende Ärger über die "Festlandfranzosen". Mit Jean-Guy Talamoni wurde ein Präsident gewählt, der für einen unabhängigen Staat Korsika eintritt. Der Separatist Gilles Simeoni wurde zum Regierungschef. Der SZ sagte Talmoni: "Korsika ist keine Verwaltungseinheit eines anderen Landes. Es ist dazu berufen, eine eigene Nation zu sein."