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Separatisten in der EU:Norditalien

Bereits seit dem Ende der 80er Jahre fordert die Partei Lega Nord die Abspaltung des reichen Norditaliens vom Rest des Landes. Der Traum ihres früheren Vorsitzenden Umberto Bossi war der Staat Padanien, der Venetien und Friaul-Julisch Venetien, die Lombardei, das Piemont, Ligurien, Trentino-Südtirol, die Emilia-Romagna und das Aostatal zusammenfassen sollte. Mitunter werden auch noch die Toskana, Umbrien und die Marken hinzugezählt.

Große Teile der Bevölkerung wählen die Partei inzwischen. Seit 2013 regiert sie im Piemont, in der Lobardei und in Venetien.

Lega-Nord-Angehörige protestieren im Senat lautstark gegen die Regierungspolitik.

Lega-Nord-Senatoren protestieren 2011 im Senat in Rom gegen die Steuerpolitik der italienischen Regierung

(Foto: dpa)

Im März 2014 unterstützte die Lega Nord eine Online-Umfrage unter den Venetern, in der angeblich 89 Prozent dafür stimmten, dass die Region um Venedig eine eigene Republik werden soll. Nun hat sich dort eine Partei "Veneto Si" gebildet, die ein verbindliches Referendum durchsetzen will. Die Lega Nord selbst will dagegen inzwischen kurzfristig nur noch eine stärkere Föderalisierung des italienischen Staates erreichen.

Die Interessen der Separatisten im Norden Italiens sind vor allem wirtschaftlicher Art. In den betroffenen Regionen werden mehr als zwei Drittel des italienischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Sie wollen davon mehr als bisher für den Norden zurückbehalten. Für den Rest Italiens wäre das ein wirtschaftliches Desaster.

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