Separatisten in der EU:Schottland

Schon lange gibt es in Schottland Bestrebungen, sich vom Vereinigten Königreich unabhängig zu machen - und die Entscheidung einer Mehrheit der Briten, die EU zu verlassen, hat sie noch einmal verstärkt.

Das Land war die längste Zeit seines Bestehens ein eigenständiges Königreich. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts, mit der Krönung von Jakob I., regierte allerdings derselbe König England und Schottland. Erst 1707 wurde aus der englisch-schottischen "Personalunion" das von London aus regierte Königreich Großbritannien, zu dem außerdem noch Wales gehörte.

Separatisten in der EU: Befürworter der Unabhängigkeit Schottlands in Glasgow vor dem Referendum 2014

Befürworter der Unabhängigkeit Schottlands in Glasgow vor dem Referendum 2014

(Foto: AFP)

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Zahl der Anhänger der Schottischen Nationalpartei (SNP), die für die Unabhängigkeit Schottlands eintreten, deutlich gewachsen. Seit 1999 gibt es sogar ein eigenes schottisches Parlament. Seit 2007 ist die SNP dort die stärkste Partei und bildete zunächst eine Minderheitsregierung. Nach der Parlamentswahl in Schottland 2011 hatte die SNP die absolute Mehrheit, seit der Wahl 2016 fehlen ihr dazu zwei Stimmen.

Neue Situation seit dem britischen Ja zum Brexit

Am 18. September 2014 fand in Schottland ein Referendum zur Unabhängigkeit statt, in der eine Mehrheit von 55 Prozent mit Nein stimmte. Nach der Abstimmung der Briten über den Verbleib in der EU begann jedoch eine erneute Diskussion über die Frage der Unabhängigkeit. Denn 62 Prozent der Schotten hatten gegen den Brexit gestimmt. Eine klare Mehrheit will die EU also nicht verlassen, würde aber durch den Austritt Großbritanniens dazu gezwungen.

Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon (SNP) wollte deshalb ein erneutes Referendum. Das Parlament in Edinburgh stimmte dem Plan zu, während aus London heftige Kritik kam. Bei der Unterhauswahl im Juni 2017 verlor die Scottish National Party allerdings mehr als ein Viertel ihrer früheren Wähler, die Konservativen dagegen gewannen in Schottland etliche Wahlkreise hinzu. Sturgeon und ihre Partei überlegen seitdem, wie sie mit der Frage der Unabhängigkeit weiter vorgehen sollen.

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