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Seebestattung für Al-Qaida-Führer:Von männlichen Glaubensbrüdern gewaschen

Vor der Bestattung sollte der tote Körper von männlichen Glaubensbrüdern gewaschen werden. Für gewöhnlich wird der Leichnam nach der Waschung in ein weißes Tuch gehüllt und im Grab - ohne Sarg - auf die rechte Körperseite gelegt. Er muss in jene Himmelsrichtung blicken, in der der muslimische Wallfahrtsort Mekka liegt. Das Grab soll so schlicht wie möglich gestaltet werden und darf zeitlich nicht befristet sein.

CIA-Luftaufnahme der Villa in Nordpakistan: Von hier wurde Bin Ladens Leiche angeblich weggebracht

(Foto: AP)

Ein US-Regierungsbeamter, der nicht genannt werden sollte, erklärte bin Ladens Seebestattung mit dem Hinweis, dass man wohl kaum ein Land gefunden hätte, das zur Aufnahme der sterblichen Überreste des weltweit meistgesuchten Terroristen bereit gewesen wäre. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass die US-Regierung vermeiden wollte, mit einem Begräbnis an Land einen Wallfahrtsort für Bin Ladens Anhänger zu schaffen.

"Wir wollen nicht, dass die Leute in Scharen zu seinem Schrein laufen", zitiert die Washington Post einen Regierungsbeamten. Diesem Gedanken widerspricht Islamwissenschaftlerin Hegasy: "Im konservativen wahabitischen Islam zumindest sind Gräber kein Ort, zu dem man pilgert."