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Schwere Kämpfe in Bangui:UN-Sicherheitsrat billigt Militäreinsatz in Zentralafrika

Frankreich entsendet 1200 weitere Soldaten in die Zentralafrikanische Republik, wo Chaos und Gewalt herrschen, seit muslimische Rebellen im März Staatschef Bozizé stürzten. Das haben die Vereinten Nationen entschieden. Bei Kämpfen in der Hauptstadt Bangui starben kurz zuvor etwa 80 Menschen.

Der UN-Sicherheitsrat hat einer Ausweitung des Militäreinsatzes in der Zentralafrikanischen Republik zugestimmt. Die 15 Mitglieder des Gremiums sprachen sich in New York dafür aus, dass französische Truppen Einsatzkräfte der Afrikanischen Union in dem Land unterstützen sollen. Die Resolution zielt auf den Schutz der Bevölkerung und die Wiederherstellung der Stabilität in dem Land. Frankreich hat bereits etwa 650 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik geschickt.

Das UN-Mandat umfasst weitere 1200 französische Soldaten. Frankreichs Staatschef François Hollande beraumte für den frühen Abend eine Sitzung des zuständigen Verteidigungsgremiums in Paris an.

Kurz vor der Entscheidung hatte es in der Hauptstadt Bangui heftige Kämpfe gegeben. In mehreren Stadtvierteln waren am Donnerstagmorgen Schüsse Waffen und schwere Detonationen zu hören. Ein hochrangiger Offizier der Truppen der Afrikanischen Union in Zentralafrika (MISCA) sagte, es handele sich um Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern des früheren muslimischen Rebellenbündnisses Séléka, die inzwischen teilweise in die offiziellen Sicherheitskräfte eingegliedert wurden, und regierungsfeindlichen Milizen.

"Die französischen Kräfte mussten reagieren", sagte ein Armeesprecher in Paris. Etwa 250 französische Soldaten hätten "sensible Punkte" und die Sammelpunkte für in Bangui lebende Ausländer bereits gesichert. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP zählten fast 80 Tote. Mehr als 50 Leichen waren in einer Moschee aufgereiht. Sie wiesen Wunden von Stich- und Schusswaffen auf, weitere 25 Tote lagen in umliegenden Straßen. Die englische BBC berichtete unter Berufung auf UN-Mitarbeiter von 100 Toten.

In Zentralafrika herrschen Chaos und Gewalt, seit das vorwiegend muslimische Rebellenbündnis Séléka im März Staatschef François Bozizé stürzte. Immer wieder kommt es zu religionsbedingter Gewalt. Übergangspräsident Michel Djotodia löste Séléka später auf, die Gewalt hält aber an. Die frühere Kolonialmacht Frankreich brachte daher einen Resolutionsentwurf für einen internationalen Militäreinsatz in den UN-Sicherheitsrat ein.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/mane/anri/leja

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