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Schwer erkrankte Julia Timoschenko:Ärzte appellieren an Janukowitschs Gewissen

Die ukrainische Regierung besteht darauf, Julia Timoschenko im Land behandeln zu lassen. Einer Operation in der Ukraine verweigert sich die 51-Jährige aber. Ihre deutschen Ärzte haben nun an Präsident Janukowitsch appelliert, die kranke Oppositionsführerin aus dem Land reisen zu lassen.

Die deutschen Ärzte der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko haben an Präsident Viktor Janukowitsch appelliert, die schwer kranke 51-Jährige ausreisen zu lassen.

"Seien Sie ein den humanitären Werten verpflichteter Präsident und lassen Sie sie zur Behandlung in das europäische Ausland ausreisen", erklärte der Chef der Berliner Universitätsklinik Charité, Karl Max Einhäupl, am Freitag. Die von der ukrainischen Regierung erbetene Behandlung Timoschenkos vor Ort sah der Neurologe skeptisch.

Timoschenko gehe davon aus, dass die ukrainischen Behörden sie ganz bewusst nicht von den Schmerzen befreien wollten, sagte Einhäupl weiter. Deswegen weigere sie sich kategorisch, sich von ukrainischen Ärzten behandeln zu lassen. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir deswegen auch ganz erhebliche Zweifel daran haben, in der Ukraine eine solche Therapie erfolgreich durchzuführen", sagte der Charité-Chef vor Journalisten.

Es sei zudem zweifelhaft, ob die 51-Jährige mit der Entsendung von ein oder zwei Ärzten geheilt werden könne. Bei ihrem fortgeschrittenen Krankheitsstadium sei eine komplexe Behandlung eines großen Teams nötig. Einhäupl bekräftigte, die Charité sei bereit, Timoschenko in Berlin zu behandeln. Nach Aussagen der Ärzte leidet die Oppositionsführerin an einem nicht behandelten und sehr schmerzhaften Bandscheiben-Vorfall, der sich zu einem chronischen Leiden ausgeweitet hat.

Nach den Worten des Mediziners haben deutsche Ärzte auf Bitten der Familie Timoschenkos die Oppositionsführerin untersucht. "Wir sind von keiner politischen Institution in irgendeine Position gedrängt worden", versicherte Einhäupl.