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Schweizer Wahlen:Jahr der Grünen

Die rechte SVP bleibt stark. Gut aber ist, dass das grüne Lager zugelegt hat.

Der Rechtsrutsch der Schweiz ist Geschichte - zumindest ein bisschen. Während die rechtskonservative SVP 2015 noch ein Rekordergebnis einfuhr, ist dieses Wahljahr das Jahr der Grünen. Die grüne und die grünliberale Partei haben noch deutlicher zugelegt, als die Umfragen vorhersagten, und die SVP hat so stark verloren wie keine andere Schweizer Partei.

Das Ergebnis spiegelt die politischen Verschiebungen wider: Das stärkste Thema der Rechten, die Migration, hat in diesem Wahlkampf keine Rolle gespielt. Die Flüchtlingszahlen sind so niedrig wie lange nicht, auch sonst ist die Zuwanderung seit 2015 zurückgegangen. Die von der SVP geschürte Angst vor einer Übernahme der Schweiz durch die EU hat keine Zugkraft entfaltet, und auf die Klimabewegung reagierte die Partei unsouverän mit Spott, Greta-Hass oder sogar Leugnung. Sie hat die Quittung dafür erhalten.

Auch wenn die SVP stärkste Kraft im Parlament bleibt, ist ihr steiler Aufstieg vorerst gestoppt, und das ist gut so. Schon 2015 war die Panik vieler Schweizer vor Zuwanderung, Abstieg und Fremdbestimmung nur schwer nachvollziehbar; 2019 wäre ein weiterer Zuwachs für die Rechten als absurd erschienen. Nun wird die konservative Schweiz ein ganzes Stück grüner und linker. Man wird sie politisch wieder besser verstehen.