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Schweiz:Sex mit Amt und Siegel

Auf dem Strichplatz in Zürich stehen Holzverschläge, sogenannte "Verrichtungsboxen", eine Art Drive-in für Freier.

(Foto: imago)

Verboten ist Prostitution in der Schweiz schon lange nicht mehr. Mit einem staatlichen Strich und Beratung soll das Gewerbe erträglich gemacht werden. Doch die liberale Praxis stößt auch auf Kritik.

Von Charlotte Theile, Zürich

Grün, blau und rot leuchten die Glühbirnen hinter dem Holzzaun. Drei junge Frauen stehen in einem Wartehäuschen, rauchen und unterhalten sich. Es herrsche ein bisschen "Zeltplatz-Atmosphäre", hat es Ursula Kocher von der städtischen Frauenberatungsstelle Flora Dora beschrieben. Ein Auto biegt in die Straße mit den Wartehäuschen ein. Von Zeltplatz-Atmosphäre ist nichts mehr zu spüren. Die Frauen drehen sich zum Fahrer des weißen Familienvans, Aargauer Kennzeichen. Eine beugt sich nach vorne, eine andere wirft ihre langen Locken zurück. Vergeblich. Nachdem er eine Runde gedreht hat, verlässt der Van das Gelände - ohne Zwischenhalt in einem der Verschläge, nur etwa hundert Meter von den Wartehäuschen entfernt.

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