Skyguide:Historische Panne legt Schweizer Flugverkehr lahm

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Skyguide: Mehrere Stunden lang ging am Mittwochmorgen gar nichts mehr im Flugverkehr in der Schweiz.

Mehrere Stunden lang ging am Mittwochmorgen gar nichts mehr im Flugverkehr in der Schweiz.

(Foto: FABRICE COFFRINI/AFP)

Wegen eines Hardware-Defekts bei der Flugsicherung wird am Mittwochmorgen der gesamte Schweizer Luftraum gesperrt.

Von Isabel Pfaff, Bern

Es war eine historische Panne: Am Mittwochmorgen führte ein technischer Defekt bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide dazu, dass die Schweiz ihren gesamten Luftraum sperren musste - von etwa 6.30 bis 8.30 Uhr. An den stark frequentierten Flughäfen in Zürich und Genf ging nichts mehr. Erst um etwa 10 Uhr beruhigte sich die Lage wieder, die Verspätungen und Ausfälle zogen sich dennoch über den gesamten Mittwoch. Einem Skyguide-Sprecher zufolge kam eine derart große Störung des Schweizer Luftraums noch nie vor.

Doch auch wenn das Ausmaß der Panne wohl beispiellos ist: Zu Schaden kam niemand. Skyguide-Chef Alex Bristol nannte den Vorfall in einem Interview zwar beschämend, erinnerte aber daran, dass er nicht an eine Katastrophe wie den Flugzeugabsturz von Überlingen heranreiche. "Wir haben den Luftraum geschlossen, um sicherzugehen, dass keine Menschenleben in Gefahr geraten."

Die größte Frage, die nach dem Vorfall im Raum stand, betraf die Ursache der Panne: Könnte ein Cyberangriff dahinterstecken? Immerhin herrscht Krieg in der Ukraine, und Moskau zählt auch die neutrale Schweiz, die die Wirtschaftssanktionen der EU mitträgt, ausdrücklich zu seinen Feinden. Hinzu kommt, dass das kleine Land in Sachen Luftraum gar nicht so unwichtig ist: In Genf, Davos oder - wie etwa Anfang Juli zur Ukraine-Wiederaufbau-Konferenz - in Lugano treffen sich häufig hochrangige Delegationen. Der Schweizer Flugverkehr kann zeitweise also durchaus ein attraktives Ziel für Hackerangriffe sein.

Was von der Aufregung bleibt: Frust bei den Fluggästen und hohe Kosten

Die Flugsicherer von Skyguide geben jedoch Entwarnung: "Wir können inzwischen zu 100 Prozent ausschließen, dass es ein Cyberangriff war", sagte ein Sprecher am Donnerstag der SZ. Schuld war demnach ein technischer Defekt. Eine Komponente in einem sogenannten Switch, einer Art Knotenpunkt, der Daten weiterleitet, sei ausgefallen, und aus bisher nicht geklärten Gründen habe die Notlösung nicht funktioniert: Der Back-up-Switch, der eigentlich in solchen Fällen automatisch übernehmen müsste, reagierte falsch. Den Fluglotsinnen und -lotsen fehlten deshalb ab etwa 4 Uhr morgens wichtige Daten, weshalb Skyguide kurz darauf den Luftraum sperren ließ. Wie der Sprecher weiter mitteilte, funktionierte das System nach dem Austausch des defekten Geräts wieder einwandfrei.

Auch das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) der Schweiz teilt auf Anfrage mit, dass es aktuell keine Hinweise darauf habe, dass es sich um einen Cyberangriff gehandelt haben könnte.

Übrig bleiben nach der Aufregung vom Mittwoch Tausende gefrustete Passagiere und hohe Kosten. Den größten finanziellen Schaden dürften die Airlines zu bewältigen haben. Skyguide selbst, ein Unternehmen, das zu fast 100 Prozent der Schweizerischen Eidgenossenschaft gehört, kann laut Firmenchef Alex Bristol für die Schäden nicht belangt werden, das verhindere ein europäisches Gesetz. Bristol sagte: "Wie alle Flugsicherer sind wir verpflichtet, die Sicherheit an die erste Stelle zu setzen, ungeachtet der finanziellen Konsequenzen. Das haben wir getan."

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