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Gleichberechtigung für Homosexuelle:Schweizer Parlament stimmt für Ehe für alle

Ehe für alle

Zwei Eheringe auf einer gemalten Regenbogenfahne.

(Foto: dpa)

In der Schweiz dürfen Homosexuelle bislang ihre Partnerschaft nur eintragen lassen. Das soll sich nun ändern. Außerdem plant das Parlament Erleichterungen für lesbische Frauen, die Kinder bekommen möchten.

Die Schweiz ist eines der Schlusslichter bei der Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare in Westeuropa, aber das Gesetz soll jetzt geändert werden. Die große Parlamentskammer beschloss am Donnerstag, die Ehe für alle zuzulassen. In der Schweiz dürfen Homosexuelle bislang ihre Partnerschaft zwar eintragen lassen, eine Heirat bleibt ihnen aber verwehrt. Sie haben damit aber nicht die gleichen Rechte etwa bei der Einbürgerung oder der Adoption wie andere Paare.

Der Nationalrat stimmte auch der Vorlage zu, lesbischen Paaren die Samenspende für die Zeugung von Kindern zu erlauben. Nur die Fraktion der konservativen SVP sowie einzelne Parlamentarier waren gegen die Vorlage. Das Parlament bereitet das Gesetz schon seit Jahren vor, dieses Jahr wurde der Entscheid bereits mehrmals verschoben.

Zwar zeigen Umfragen, dass die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer die Ehe für alle befürwortet. Trotzdem plant eine Partei, das Referendum dagegen zu ergreifen. Das ist die nationalkonservative Partei EDU (eidgenössische-demokratische Union), die nur mit einem Abgeordneten im Parlament vertreten ist. Wenn sie genügend Unterschriften zusammenbekommt, wäre eine Volksabstimmung fällig.

In den meisten Ländern Westeuropas ist die Ehe für alle bereits Gesetz, in Deutschland seit 2017.

© dpa/che
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Bislang konnten in der Schweiz nur Beleidigungen von Homosexuellen geahndet werden, die sich gegen konkrete Personen richteten. Ein neues Gesetz soll das ändern. Konservative und evangelikale Gruppen hatten aufgerufen, gegen die Novelle zu stimmen.

Von Isabel Pfaff

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