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Schweigegeldzahlungen nach Affären:Trump hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gelogen

  • Nach dem Geständnis seines Ex-Anwalts Cohen sehen es renommierte US-Medien als erwiesen an, dass US-Präsident Trump gelogen hat.
  • Die Demokraten scheuen aber die Diskussion um ein Amtsenthebungsverfahren, weil sie dadurch Schaden befürchten bei den im November anstehenden Kongresswahlen.
  • Im Fall seines kürzlich schuldig gesprochenen Ex-Wahlkampfmanagers Manafort scheint Trump mit einer Begnadigung zu liebäugeln.

Die Washington Post geht mit dem Wort Lüge in Zusammenhang mit Donald Trump eher verhalten um. Etwas Lüge zu nennen, bedeutet, dem bezichtigten Lügner Vorsatz nachweisen zu können, sagt Chef-Faktenchecker Glenn Kessler. Und das sei eben oft nicht möglich. Jetzt aber hat die Post alle Zurückhaltung fahren lassen.

Auf dem Aufmacher-Bild des jüngsten Faktenchecks von Kessler sind die beiden Wörter rot durchgestrichen, die sonst statt dem der Lüge verwendet werden: "Misleading" und "False", irreführend und Falsch. Übrig bleibt nur das Dritte Wort: "Lie", Lüge.

Für die ansonsten strenge Washington Post ist jetzt erwiesen, dass Trump mehrfach gelogen hat, als er nach den Schweigegeldzahlungen an Nacktmodelle und Pornos-Stars gefragt wurde. Diese behaupten, sie hätten mit Trump vor über zehn Jahren eine sexuelle Affäre gehabt. Trump streitet nicht nur die Affären ab. Sondern auch, von den Zahlungen etwas gewusst zu haben.

Die Republikaner halten sich zurück

Mit der Aussage von Trumps ehemaligem Anwalt und "Fixer" Michael Cohen vom Dienstag und den dazugehörigen Gerichts- und Ermittlungsdokumenten aber scheint klar: Trump hat immer gewusst, worum es geht. Cohen sagt unter Eid aus, Trump habe ihn angestiftet, das Geld zu zahlen.

Politik USA Trump bezichtigt Ex-Anwalt Cohen der Falschaussage
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Trump bezichtigt Ex-Anwalt Cohen der Falschaussage

Zugleich verteidigt der US-Präsident in einer wütenden Tweet-Serie den wegen Betrugs schuldig gesprochenen Ex-Wahlkampfmanager Manafort. Dieser habe "im Gegensatz zu Michael Cohen" keine "Geschichten erfunden".

Im Fall der Pornodarstellerin Stephanie Clifford alias Stormy Daniels ging es um 130 000 Dollar. Im Fall des früheren Playboy-Modells Karen McDougal waren es 150 000 Dollar. Im ersten Fall hat Cohen selbst das Geld überwiesen. Im zweiten Fall hat der Trump-freundliche Verlag des National Enquirer McDougal für die Story bezahlt. Um sie dann nicht zu veröffentlichen. "Catch and Kill" nennen die Amerikaner das Verfahren. Eingefädelt hat es Michael Cohen, ebenfalls in Trumps Auftrag, wie er sagt.

Trump hat also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gelogen. Da mag für manche keine Überraschung sein. Juristische Konsequenzen wird das jedoch zunächst keine haben für Trump. Ihn schützt die Immunität des Amtes.

Politisch aber ist die Sache schwieriger. Weshalb sich die Republikaner gerade sehr zurückhalten, Trump Fehlverhalten vorzuwerfen. Im November stehen die wichtigen Halbzeitwahlen an, in denen die Republikaner versuchen, ihre Mehrheiten im Kongress zu verteidigen. Am besten ignorieren, scheint die Devise zu sein.

Trump hat es am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in West Virginia vorgemacht. Nur Stunden, nachdem sich Cohen in allen Anklagepunkten schuldig bekannt hat und nachdem sein früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort in acht von 18 Punkten schuldig gesprochen wurde, sagte Trump dazu vor seinen Anhängern - nichts. Kein Wort.