Süddeutsche Zeitung

Schwedisch:Neue Pronomen für alle

Von Helene Aecherli

Schweden gilt in Gleichstellungsfragen als Vorbild, dies sollte wohl mit der Einführung des Personalpronomens hen 2012 untermauert werden. Hen ergänzt han und hon, er und sie, als Bezeichnung für eine Person, die sich weder als männlich noch als weiblich fühlt. Nun soll auch das Indefinitpronomen man mit dem Wörtchen en eine gendergerechte Alternative erhalten. Was die Nennung von weiblichen und männlichen Formen betrifft, so hat eine Wende zu einem geschlechtsneutralen Maskulinum stattgefunden - das im Unterschied zum Deutschen trotz seines grammatikalischen Genus auch tatsächlich geschlechtsneutral klingt. Das feminine Suffix -inna, wie in lärarinna, Lehrerin, wird nur noch selten genutzt und gilt sogar als pejorativ. Vielmehr spricht man von läkare, Ärztinnen und Ärzte, oder lärare, Lehrerinnen und Lehrer - wohingegen etwa sjuksköterska, Krankenschwester, ein Berufstitel ist, der Frauen wie Männer bezeichnet. Gendersternchen sind im Schwedischen inexistent.

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SZ vom 12.05.2021
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