Schwarz-grüne Koalitionsgespräche in Hessen"Wir glauben, dass das gelingen kann"

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"Es ist für Hessen ein Neuanfang": Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir verhandeln über ein Regierungsbündnis.
"Es ist für Hessen ein Neuanfang": Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir verhandeln über ein Regierungsbündnis. Getty Images

In nur drei Wochen wollen sich CDU und Grüne in Hessen auf einen Koalitionsvertrag verständigen. Interessant wird vor allem, ob die Parteien eine gemeinsame Linie beim Frankfurter Flughafen finden.

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CDU und Grüne in Hessen gehen zuversichtlich in ihre Koalitionsverhandlungen. Der erste schwarz-grüne Regierungsvertrag in einem Flächenland soll binnen drei Wochen stehen, um noch vor Weihnachten von den Parteigremien gebilligt zu werden.

Der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Volker Bouffier sagte bei der ersten Verhandlungsrunde in Wiesbaden: "Es ist für Hessen ein Neuanfang in einer politischen Konstellation, die es noch nicht gegeben hat." Die schwarz-grünen Verhandlungen seien "ungewöhnlich", böten aber die Voraussetzung für "stabile Verhältnisse".

Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir verteidigte die Koalitionszusage an die Union, für die er von SPD und Linkspartei, aber auch von Teilen der eigenen Basis kritisiert wird. Es habe die Wahl gegeben zwischen einer CDU/SPD-Koalition, die nichts verändert hätte, und einer grünen Regierungsbeteiligung, um wenigstens einige Ziele zu erreichen. Ob Schwarz-Grün historisch ein Durchbruch sei, werde man erst später sehen. "Es hat schon historisches Scheitern gegeben", sagte Al-Wazir. Doch das hätten Bouffier und er nicht vor. "Wir glauben, dass das gelingen kann", sagte Hessens Grünen-Chef.

Bouffier ging mit seinem Partei-Stellvertreter Franz Josef Jung, dem scheidenden Fraktionsvorsitzenden Christean Wagner und mehreren Ministern in die Verhandlungen. Bei den Grünen sind es neben Al-Wazir und seiner Ko-Landesvorsitzenden Kordula Schulz-Asche mehrere Abgeordnete und Kommunalpolitiker. Die Hauptverhandlungsgruppen zählen jeweils acht Mitglieder.

Knackpunkt Frankfurter Flughafen

Die Sachthemen sollen in acht Arbeitsgruppen entsprechend den hessischen Ministerien ausgehandelt werden, wie Al-Wazir sagte. Jede Arbeitsgruppe zähle fünf Mitglieder je Seite und werde paritätisch geführt. Die AGs sollen bereits an diesem Dienstag in die Beratungen einsteigen. Von beiden Seiten seien etwa 30 Personen beteiligt.

Der Frankfurter Flughafen - ein Knackpunkt in den Verhandlungen - werde in der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Verkehr verhandelt. Die hessische SPD verlangte Auskunft, welche Vorvereinbarungen Schwarz-Grün in Sachen Flughafen getroffen habe. Im Konflikt zwischen Ausbau des Airports und Lärmschutz wollen CDU und Grüne angeblich längere Lärmpausen in der Nacht. Die Zahl der Flüge soll gedeckelt werden. Der Flughafenbetreiber Fraport soll die Notwendigkeit des geplanten dritten Terminals überprüfen.

Der Zeitplan sei "anspruchsvoll", sagte Bouffier. Als Zieldatum für den fertigen Vertrag nannte er den 16. oder 17. Dezember. Am 21. Dezember sollen die Gremien über das Ergebnis befinden. Bei der CDU tagt der Landesausschuss (kleiner Parteitag), bei den Grünen entscheidet eine Landesmitgliederversammlung. Bei einem Parteirat der Grünen am vergangenen Samstag hatte Al-Wazir eine deutliche Mehrheit für eine Bündniszusage an die CDU erzielt.

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir sieht eine mögliche schwarz-grüne Koalition in Hessen positiv. "Ich finde das immer gut, wenn die Grünen in der Regierung sind", sagte er im Bayerischen Rundfunk. Er wies Gerüchte zurück, die Bundes-Grünen hätten zugunsten eines Bündnisses mit der CDU interveniert. Die Entscheidung sei in Wiesbaden gefallen.

Die Union in Hessen hatte zu Beginn auch - erfolglos verlaufende - Sondierungsgespräche mit der SPD geführt. Für ein nach der Landtagswahl am 22. September ebenfalls diskutiertes rot-grün-rotes Bündnis sahen die Grünen aufgrund der Positionen der Linkspartei keine Grundlage.

Eine schwarz-grüne Landesregierung hätte im Hessischen Landtag eine klare Mehrheit von 61 der insgesamt 110 Sitze. Im Fünf-Parteien-Parlament in Wiesbaden werden zudem noch SPD, Linke und FDP vertreten sein. Der neue Landtag kommt erst am 18. Januar zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen

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