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Schwarz-Grün:Özdemir macht Atomausstieg zur Gretchenfrage

Die Zeit des Liebäugelns ist vorbei: Die CSU stänkert Richtung Grüne - die wiederum wollen nur dann mit der Union regieren, wenn die Meiler nicht länger laufen.

Die Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke lässt eine schwarz-grüne Koalition auf beiden Seiten zunehmend unwahrscheinlich werden. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der Rheinischen Post: "Eines ist klar: Uns gibt es 2013 nur auf Basis des Atomausstiegs, wie er 2000 vereinbart wurde." Zudem hänge die Frage, ob schwarz-grüne Koalitionen möglich seien, nach wie vor vom konkreten Wahl- und Verhandlungsergebnis ab.

Cem Oezdemir

Aktion in Sichtweite Angela Merkels: Cem Özdemir Ende August vor dem Bundeskanzleramt zwischen aufblasbaren Modellen eines Atomkraftwerkes.

(Foto: APN)

Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sieht keine großen Chancen mehr für neue schwarz-grüne Bündnisse. "Wer den Kern grüner Energiepolitik zurückdrehen will, ist für die Grünen kein Koalitionspartner", sagte Trittin. Auf Rot-Grün will Trittin aber nicht ausdrücklich setzen: "Ich setze auf starke Grüne - auf sonst gar nichts."

So sei es in Nordrhein-Westfalen nur zu einer rot-grünen Minderheitsregierung gekommen, weil die Grünen im Mai um knapp sechs Prozentpunkte zulegten. Ihre derzeit starke Stellung ermögliche es den Grünen, gelassen Koalitionen mit jenen auszuloten, mit denen sie die größten Schnittmengen hätten.

Auch bei der Union scheint der Charme einer schwarz-grünen Option verflogen zu sein. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich erteilte einem solchen Bündnis sogar eine klare Absage: "Schwarz-Grün war schon immer durch die Technikfeindlichkeit und den mangelnden Realitätssinn bei weiten Teilen der Grünen gefährdet", sagte Friedrich der Rheinischen Post. Deutschland müsse wirtschaftlich und technologisch an der Spitze der Welt bleiben. "Das ist mit den Grünen nicht zu machen", unterstrich der CSU-Politiker.

© dpa/dapd/odg/jobr

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