Schwarz-gelbe Minister in der Einzelkritik – Guido Westerwelle, Außenminister (FDP)

Damit machte er Schlagzeilen: Wo soll man da anfangen? Im März 2011 sorgte Chefdiplomat Guido Westerwelle mit der deutschen Enthaltung zum Libyeneinsatz für Aufsehen. Deutschland könne nicht überall helfen, auch "wenn es einem das Herz bricht". Kritiker unterstellten ihm populistische Absichten, nachdem er die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über die Resolution 1973 im UN-Sicherheitsrat durchgesetzt hatte.

Abgesehen vom erkämpften nicht ständigen Sitz im höchsten UN-Gremium machte Westerwelle in seiner Rolle als Außenminister wenig Schlagzeilen. Umso mehr als Vorsitzender der FDP: Mit Reisen, auf die er Freunde und Parteispender mitnahm, und abschätzigen Äußerungen über Hartz-IV-Empfänger hatte er die Liberalen auf fünf Prozent herunterregiert. Im Mai 2011 wurde Westerwelle als Parteichef abgelöst, doch seinen Posten als Außenminister konnte er durch geschickte parteiinterne Manöver verteidigen. Auch in der Union hat sich Westerwelle keine Freunde gemacht: Direkt nach den Koalitionsverhandlungen erzählte er stolz, er habe sich in allen Punkten durchsetzen können.

Spruch der ersten Halbzeit: "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."

Bild: dapd 28. Oktober 2011, 12:402011-10-28 12:40:20 © sueddeutsche.de/Lydia Bentsche/Jakob Kienzle/mati