Schwarz-gelbe Minister in der Einzelkritik – Philipp Rösler, zuerst Gesundheits-, dann Wirtschaftsminister (FDP)

Damit machte er Schlagzeilen: Als Anführer der jungen FDP-Garde löste Philipp Rösler den angeschlagenen Guido Westerwelle als Parteichef ab. Außerdem wechselte er vom Gesundheitsministerium ins Wirtschaftsministerium - die "Wunderwaffe der FDP" kann offenbar alles. Mit der Psychologie der Finanzmärkte aber kennt sich der Medziner nicht aus: Vor der Berlin-Wahl dachte er laut über eine "geordnete Insolvenz Griechenlands" nach und verschärfte kurzfristig die Schuldenkrise.

Als Gesundheitsminister wollte Rösler mit seiner großen Gesundheitsreform einen "Beitrag für Wachstum und Beschäftigung" leisten. Die Arbeitgeberbeiträge wurden festgeschrieben, alle künftigen Kostensteigerungen sollen die Kassenmitglieder über Zusatzbeiträge aus eigener Tasche zahlen. Die Opposition kritisierte die Reform als unsozial und verfassungswidrig. In zwei Gesetzen hatte Rösler zuvor den Arzneimittelmarkt reformiert - in der Hoffnung, so die Kosten in den Griff zu bekommen. Er erhöhte die Abgaben für Pharma-Industrie, Großhandel und Apotheken und setzte durch, dass erstmals in Deutschland über den Preis von neuen Arzneimitteln verhandelt werden kann. Rösler erreichte damit mehr als seine Vorgänger.

Zuvor hatte der Liberale den Pharmakonzernen insgesamt 50 Millionen Dosen Impfstoff gegen die Schweinegrippe abgekauft, doch impfen ließen sich nur wenige Deutsche.

Spruch der ersten Halbzeit: "Das ist keine Koalition, sondern manchmal eine schlagende Verbindung."

Bild: dpa 28. Oktober 2011, 12:402011-10-28 12:40:20 © sueddeutsche.de/Lydia Bentsche/Jakob Kienzle/mati