Ulla Widmer-Rockstroh spricht nicht gern von einem „Übertritt“ oder „Übergang“, wenn Kinder von der Grundschule in eine weiterführende Schule wechseln. Die frühere Lehrerin, die 39 Jahre lang an drei Berliner Grundschulen unterrichtete, nennt den Moment stattdessen „diesen furchtbaren Bruch“. Kinder verlören teils ihre Freunde, sie müssten neue Lehrer, Methoden und Lernorte kennenlernen. Aktuell komme in Berlin zudem etwas in der Zeit vor dem „Bruch“ dazu, das sie kritisiert: „Der Kampf um gute Noten hat einen riesigen Druck in die Grundschulen gebracht, vor allem durch zum Teil normierte Klassenarbeiten und Vergleichsarbeiten“, so Widmer-Rockstroh, die das auch bei ihren Enkeln beobachtete.
SchulenWenn Eltern nicht mehr entscheiden dürfen, auf welche Schule ihr Kind kommt
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Einige Bundesländer schränkten zuletzt den Zugang zu Gymnasien ein oder diskutieren darüber. Für die Kinder bedeutet das in der Regel mehr Stress und höheren Druck. Aber führt es womöglich sogar zu mehr Bildungsgerechtigkeit?
