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Schule:Aller Mühen wert

Die SPD-Vorsitzende Esken und die Lehrergewerkschaften halten die Schulöffnungen für riskant oder unrealistisch. Statt sich darauf zu konzentrieren, was angeblich alles nicht geht, sollten sie sich besser um gute Konzepte für den Schulstart bemühen.

Von Henrike Roßbach

Eine Krise macht die Tatkräftigen tatkräftiger, die Vorsichtigen vorsichtiger und jene, die auch sonst gerne erklären, was alles nicht geht, tun das in Krisenzeiten noch ausdauernder. Beobachten lässt sich Letzteres in der Corona-Pandemie vor allem, wenn es um die Kinder geht - zuletzt beim Thema Schulstart.

Eine Illusion nennt die SPD-Vorsitzende Saskia Esken die Rückkehr zum Regelbetrieb, und allen voran die Lehrergewerkschaften halten die Schulöffnungen wahlweise für riskant oder unrealistisch. Fakt aber ist, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben und monatelang nicht nur weniger gelernt, sondern auch gelitten haben unter den Schulschließungen. Und das, obwohl einige Studien zeigen, dass Kinder mitnichten Superspreader sind.

Ja, viele Lehrer haben alles gegeben, obwohl sie und ihre Schulen von den Kultusbehörden, vorsichtig formuliert, suboptimal unterstützt wurden. Fakt ist aber auch, dass viele Schüler, vor allem die Kleinsten, keinen Onlineunterricht hatten, kaum Kontakt zur Lehrerin und dass fürs Feedback oft allein die Eltern zuständig waren, was wenig Eindruck macht auf vom Homeschooling demotivierte Grundschüler. Statt unheilvoll auf das vermeintlich Unmögliche zu verweisen, sollten deshalb alle ihre Energie auf echte Konzepte verwenden - gerne auch für Negativszenarien.

© SZ vom 06.08.2020

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