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Schüsse in Dallas:Obama: "Eine bösartige, berechnende Attacke gegen Polizisten"

Warsaw NATO Summit

Aus Polen schickt Obama Trost in die Heimat.

(Foto: dpa)

Der US-Präsident äußert sich in Warschau über die Schüsse von Dallas und spricht Opfern und Angehörigen sein Beileid aus.

Für US-Präsident Barack Obama ist es ein schwieriger Moment. Zu Hause in den USA, in der texanischen Metropole Dallas, sterben nach Protesten gegen Polizeigewalt fünf Polizisten durch gezielte Schüsse. In der Zeit der Trauer und des Schocks ist Obama weit weg. Er befindet sich zurzeit in Warschau, wo er gemeinsam mit anderen Nato-Staaten über die Lage in Europa beraten soll. Am späten Vormittag tritt er in der polnischen Hauptstadt vor die Kameras, um Trost in die Heimat zu schicken - und seinen Respekt für die Arbeit der Polizei auszusprechen.

"Es war eine bösartige, berechnende Attacke gegen Polizisten", sagt er. "Gegen Polizisten, die ihre Arbeit gemacht haben, indem sie friedlich protestierende Menschen schützten." Er habe bereits mit dem Bürgermeister von Dallas gesprochen und Hilfe zugesichert.

Obamas Mitarbeiter halten ihn während des Nato-Gipfels auf dem Laufenden. Es gebe eine Reihe von Verdächtigen, so Obama. Mittlerweile ermittle auch das FBI. "Alle werden zur Rechenschaft gezogen", sichert der US-Präsident zu.

Bereits am Vortag hatte sich Obama kurz nach seiner Ankunft in Warschau über den Tod zweier Schwarzer zu Wort gemeldet. Im US-Bundesstaat Minnesota hatte ein Polizist einen Mann während einer Verkehrskontrolle erschossen. Am Tag zuvor starb in Louisiana ein CD-Verkäufer durch Polizeikugeln. Obama hatte darauf hingewiesen, dass Polizisten doppelt so häufig Schusswaffen gegen Schwarze einsetzen wie gegen Weiße. Dies zeige eine Ungerechtigkeit. Eine Ungerechtigkeit, gegen die Menschen in Dallas friedlich protestierten. Dann fielen die Schüsse.

Wenige Stunden danach erinnerte Obama nun erneut daran, dass es rassistische Tendenzen gebe. Doch er machte klar, dass der Schwerpunkt an diesem Tag anders liege. "Es geht um die Opfer, die Angehörigen - deren Herz zerrissen worden ist."

© SZ.de/anri/feko

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