Süddeutsche Zeitung

Bundesfinanzminister:Scholz hält zwölf Euro Mindestlohn für "angemessen"

Das schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro. Die große Koalition will ihn bis 2020 auf 9,35 Euro erhöhen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert für einen deutlich höheren Mindestlohn. "Ich finde, dass 12 Euro Mindestlohn angemessen sind", schreibt Scholz in einem Gastbeitrag für die Bild-Zeitung zum Weltspartag. Die deutschen Unternehmen sollten nicht am Lohn sparen, mahnt der Vizekanzler.

Vor wenigen Tagen hatte auch Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann die SPD angesichts ihrer tiefen Krise zur Schärfung ihres linken Profils aufgerufen und einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde gefordert. Der ehemalige SPD-Fraktionschef sagte, es gebe einen Niedriglohnsektor, "in dem die Menschen extrem hart arbeiten, aber mit dem Netto nicht zufrieden sein können". Parteichefin Andrea Nahles und Juso-Chef Kevin Kühnert hatten sich schon früher entsprechend geäußert.

Die SPD nähert sich damit den Forderungen der Linken an, die einen Stundenlohn von mindestens zwölf Euro verlangt. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro. Er soll 2019 auf 9,19 Euro und 2020 auf 9,35 Euro steigen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch eine entsprechende Verordnung beschließen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4192506
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/mane
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.