GlosseDas Streiflicht

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Opfer der Vergänglichkeit: Schneemann und Schneehase auf der Hamburger Krugkoppelbrücke (am 9. Januar, vor dem Tauwetter).
Opfer der Vergänglichkeit: Schneemann und Schneehase auf der Hamburger Krugkoppelbrücke (am 9. Januar, vor dem Tauwetter). (Foto: Christian Charisius/dpa)

Schneemänner liegen gerade voll im Trend, nicht nur am Weltschneemanntag: Das hat gute Gründe.

(SZ) Der Schneemann schien ein zerflossener Mythos zu sein. Kein Wunder: Wenn Winter nur noch verkleidete Sommer sind, kann kein Schneemann sich halten. In dieser Saison immerhin lag sogar im Norden ausnahmsweise Schnee, weshalb der Schneemann wieder auf sich aufmerksam machen konnte, so entschlossen wie schon lange nicht mehr. Er war nie weg. Er ruhte nur. Und in Hamburg setzten ihn die Bürger auf der Krugkoppelbrücke in Szene. Stapelten Schneebälle aufeinander. Drückten Steine in die oberste Kugel, sodass sie aussah wie ein Kopf mit Augen. Ergänzten Rüben-Nasen und Reisig-Ärmchen. Fertig! Man braucht erstaunlich wenig, um Eiskristalle zu Persönlichkeiten werden zu lassen. Das Defilee der Schneemänner war ein Thema in den Fernsehnachrichten und wurde sogar in der Zeit („ein kristallines Seelentrösterchen“) eine Spur zu wortgewaltig gefeiert. Dann aber stürmte ein vermummter Vandale über die Brücke und schlug und wischte alles kurz und klein, vom Schneemann-Massaker war die Rede. Woraufhin die Schneemänner von den Hamburgern allerdings wieder aufgebaut und restauriert wurden.

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