Schlechte Luft im Kanzleramt:Naserümpfen bei Merkel

Der Kanzlerin stinkt's einem Bericht zufolge - buchstäblich. Im Kanzleramt soll es gelegentlich gemüffelt haben. Nur was war der Grund für den unfeinen Geruch?

Nico Fried

Wenn es im Büro der Kanzlerin müffelt, kann das viele Ursachen haben. Zunächst einmal darf man annehmen, dass an der Spitze der Regierung hart gearbeitet wird, was - bei allem Respekt - für jeden Menschen olfaktorische Konsequenzen haben kann. Ein eher politisches Manöver bestünde darin, dem Vorgänger die Schuld zuzuweisen, was eingedenk des Zigarrenkonsums von Gerhard Schröder einem ersten Plausibilitätstest standhielte.

Merkel empfängt  belgischen Premierminister

"Bei Merkel müffelt es im Büro", war am Montag in der Bild-Zeitung zu lesen. Offenbar war die Bodensanierung Grund für "leichte Geruchserscheinungen".

(Foto: dpa)

Tabakwaren wären auch beim Verdacht gegen Kanzlerraucher und Kettenamtsminister Ronald Pofalla im Spiel, den man normalerweise immer verantwortlich machen darf, wenn was schief läuft, der aber sein Büro am anderen Ende des Kanzleramts hat und angeblich auch nicht im Haus qualmt. Bliebe als denkbare Ursache fast nur noch der Ludergeruch einer Revolution.

"Bei Merkel müffelt es im Büro", war am Montag in der Bild-Zeitung zu lesen. Regierungssprecher Steffen Seibert stellte alsbald klar, dass es sich nicht um eine Geruchsbelästigung handele, die der Kanzlerin ihren Job vergällte.

Merkel gehe jedenfalls nach seinen Informationen noch immer "jeden Tag gerne ins Büro", sagte Seibert, der sich selbst nur sehr entfernt daran erinnern konnte, mal was gerochen zu haben. Im Laufe des Tages wurde auch klar, warum: Es müffelt gar nicht mehr in Merkels Büro.

In einer Stellungnahme des Bundespresseamtes hieß es nun: "Lediglich unmittelbar nach der Bodensanierung in der 7. Etage des Bundeskanzleramtes im März/April letzten Jahres kam es für kurze Zeit zu leichten Geruchserscheinungen, die auf eine erhöhte Feuchtigkeit des in diesem Bereich verwendeten Materials (Bodenplatten) zurückzuführen waren.

Diese Geruchserscheinungen waren kaum wahrnehmbar." Die Revolution fällt also aus. Und etwaige Rückschlüsse von der Geruchsfreiheit auf die Arbeitsmoral im Kanzlerbüro sind natürlich unzulässig.

© SZ vom 01.03.2011/blg
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