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Saudi-Arabien:Todesurteile im Fall Khashoggi gefordert

Die saudi-arabische Generalstaatsanwaltschaft plädiert nach dem Mord an dem Regimekritiker dafür, fünf mutmaßliche Täter mit dem Tod zu bestrafen. Doch die Türkei will sie in Istanbul vor Gericht sehen.

Der saudi-arabische Generalstaatsanwalt hat im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi die Todesstrafe für fünf mutmaßliche Tatbeteiligte gefordert. Als Drahtzieher gelte der ehemalige Vizechef des Geheimdienstes, Ahmed al-Asiri. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu nannte die Erklärung "unbefriedigend" und forderte weitere Aufklärung. Die Türkei hatte verlangt, die Täter in Istanbul vor Gericht zu stellen. Sie will zudem wissen, wo die offenbar zerstückelte Leiche des Regimekritikers geblieben ist, und wer die "im Voraus geplante Tat" angeordnet hat. Nach saudischer Darstellung handelte al-Asiri eigenmächtig. Die Staatsanwaltschaft dementierte, dass Kronprinz Mohammed bin Salman von der Mission wusste. Westliche Diplomaten bezweifeln, dass eine solche Aktion ohne Wissen des mächtigen Kronprinzen möglich gewesen wäre. Auch al-Asiri gilt als dessen Vertrauter. Die New York Times hatte unter Berufung auf von der Türkei an mehrere Länder weitergegebene Tonaufnahmen berichtet, ein Mitglied des Kommandos habe nach der Tat in Istanbul einem Vorgesetzten in Riad am Telefon gesagt, dieser möge "seinem Chef" Bescheid geben, dass die Aufgabe "erledigt" sei. Unterdessen haben die USA gegen 17 aktuelle oder frühere Regierungsmitarbeiter des Königreichs Sanktionen verhängt. Unter ihnen sind der entlassene königliche Medienberater Saud al-Kahtani, dessen früherer Mitarbeiter Maher Abdulasis Mutreb sowie der Generalkonsul in Istanbul, Mohammed al-Otaibi: Die Betroffenen seien in den "fürchterlichen Mord" an Khashoggi verwickelt gewesen, erklärte US-Finanzminister Steven Mnuchin am Donnerstag.