Persischer Golf Saudi-Arabien meldet Drohnenangriffe auf Ölpipeline

Ölförderanlage in Haradh (Foto von 2006): In Saudi-Arabien sind nach offiziellen Angaben zwei Ölpumpanlagen angegriffen worden.

(Foto: AFP)
  • Zwei Tage nach Meldungen über Angriffe auf Öltanker in den Hoheitsgewässern der Vereinigten Arabischen Emirate, zwei davon unter saudischer Flagge, sind in Saudi-Arabien offenbar zwei Ölpumpstationen mittels bewaffneter Drohnen angegriffen worden.
  • Der saudische Energieminister sagt, dies sei nicht nur ein Angriff auf Saudi-Arabien, sondern auf die Sicherheit der Öltransporte in der gesamten Welt.
  • Die Angriffe fallen in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen den USA und Iran.

Ein neuer Vorfall hat nur zwei Tage nach Meldungen über Sabotageakte gegen vier Öltanker die Spannungen am Persischen Golf weiter verschärft.

In Saudi-Arabien sind nach offiziellen Angaben zwei Ölpumpstationen mittels bewaffneter Drohnen angegriffen worden. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe aus Sicherheitsgründen den Betrieb der Ost-West-Pipeline eingestellt, teilte Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih mit. Durch den Angriff sei an einer der angegriffenen Pumpstationen ein Feuer ausgebrochen und Sachschaden entstanden.

Al-Falih verurteilte den Angriff. Es sei nicht nur ein Angriff auf Saudi-Arabien, sondern auf die Sicherheit der Öltransporte in der gesamten Welt.

Die Pipeline verbindet die Ölfördergebiete in der Ostprovinz Saudi-Arabiens mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer. Über sie könnte das Königreich täglich bis zu fünf Millionen Barrel für den Export pumpen, sollte Iran im Zuge einer militärischen Auseinandersetzung die Straße von Hormus blockieren, die Meerenge am Eingang zum Persischen Golf. Durch sie werden täglich etwa 17,2 Millionen Barrel Öl verschifft.

Für den Angriff könnten die schiitischen Huthi-Rebellen aus Jemen verantwortlich sein. Sieben Drohnen hätten am Dienstag Angriffe gegen wichtige Ziele in Saudi-Arabien ausgeführt, berichtete die jemenitische Zeitung Al-Masirah mit Verweis auf Militärkreise. Das Medienunternehmen steht unter Kontrolle der Huthi-Rebellen. Demnach habe es sich um Vergeltung für die kontinuierlichen Angriffe Saudi-Arabiens gegen Jemen gehandelt. In dem Land kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition auf der Seite der international anerkannten Regierung des Landes gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen.

Die Angriffe auf die Ölpipeline ereigneten sich nur zwei Tage, nachdem auch aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Sabotageakte an Öltankern gemeldet worden waren. Am Sonntagmorgen waren den VAE zufolge vier Handelsschiffe beschädigt worden, zwei saudische Tanker sowie ein Schiff unter der Flagge der Emirate und eines unter der Flagge Norwegens.

Dabei waren nach Angaben Falihs zwei saudische Tanker erheblich am Rumpf beschädigt worden. Fotos zeigten ein Loch auf Höhe der Wasserlinie am Heck eines unter norwegischer Flagge fahrender Tankers. Bilder von den Schäden der saudischen Tanker wurden dagegen zunächst nicht veröffentlicht. Angaben zu den Verantwortlichen wurden nicht gemacht.

Die Angriffe fallen in eine Zeit massiver Spannungen zwischen den USA und Iran. Washington hatte Iran und dessen Verbündete am Sonntag erneut vor Attacken auf US-Verbündete oder deren Schiffe in der Region gewarnt.

Laut dem Wall Street Journal vermutet die US-Regierung nach einer ersten vorläufigen Einschätzung Iran hinter den Angriffen auf die Tanker, Belege dafür wurden allerdings bislang nicht veröffentlicht.

Der US-Botschafter in Saudi-Arabien sprach sich nach den Angriffen auf die Schiffe für eine deutliche, aber umsichtige Reaktion aus. "Wir müssen gründlich untersuchen, was passiert ist und warum es passiert ist", sagte er in der Hauptstadt Riad: Dann seien "vernünftige Antworten" erforderlich, die aber keine Kriegshandlungen sein sollten. Ein Konflikt sei weder im Interesse Irans noch im Interesse der USA und Saudi-Arabiens.

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