Saudi-Arabien Huthi-Rebellen zielen mit Rakete auf Saudi-Arabiens Hauptstadt

Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.

(Foto: REUTERS)
  • Unter Berufung auf Militärangaben berichtet der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya, eine ballistische Rakete sei südlich von Riad in der Luft zerstört worden.
  • Huthi-Rebellen sollen sie in Jemen abgefeuert haben.
  • Es ist eine weitere Eskalation des Jemen-Konflikts.

Saudi-Arabien hat erneut eine aus Jemen abgeschossene Rakete abgefangen, die die Hauptstadt Riad treffen sollte. Nach ersten Erkenntnissen habe es keine Opfer gegeben. Das Geschoss sei von den jemenitischen Huthi-Rebellen abgefeuert worden. Das berichtet der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya unter Berufung auf Militärangaben.

In sozialen Netzwerken kursieren Bilder einer Rauchwolke. Zeugen berichten außerdem, einen Knall gehört zu haben. Über Schäden durch die Rakete ist noch nichts bekannt.

Ziel der Rakete soll der Regierungspalast in Riad gewesen sein

Ein Huthi-Sprecher erklärte, Ziel der Rakete sei der Yamama-Palast gewesen - die offizielle Residenz von König Salman. Zum Zeitpunkt des Angriffs fand dort ein Treffen hochrangiger Regierungsvertreter statt.

Bereits im November und Anfang Dezember hatte die saudi-arabische Luftwaffe Raketen abgefangen. Zu Schaden kam in beiden Fällen niemand.

Mit jedem Angriff wächst die Furcht, dass der Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und Iran in einen direkten Konflikt umschlagen könnte. Die beiden Länder ringen in der Region um Vorherrschaft. In Jemen kämpfen seit drei Jahren Huthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung des Landes. Diese wird von einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition unterstützt, die in dem Land Luftangriffe fliegt.

Die sunnitische saudi-arabische Regierung wirft dem schiitischen Iran vor, die Huthi mit Raketen auszurüsten. Die Führung in Teheran bestreitet dies. Die USA haben in der vergangenen Woche Überreste einer Rakete präsentiert, die bei dem Anschlag Anfang November verwendet worden sein soll.

Als Reaktion auf diese Rakete hatte das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis eine Blockade über Jemens Flug- und Seehäfen verhängt. Dies verschärfte die verheerende humanitäre Lage in dem Land weiter.

Die Bundesregierung bewertete den neuen Angriff als "weitere militärische Eskalation durch die Huthi-Rebellen", die den Konflikt verschärfe. "Die Raketenangriffe auf Saudi-Arabien müssen endlich ein Ende nehmen", erklärte das Auswärtige Amt.

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