Satellitenbilder der Koreanischen Halbinsel:Nordkorea soll Atomreaktor wieder in Betrieb genommen haben

Atomreaktor Yongbyon in Nordkorea

Archivbild des Atomreaktors Yongbyon in Nordkorea

(Foto: Jeon Heon-Kyun/ddpa)

Flammt der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm erneut auf? Neue Satellitenbilder sollen belegen, dass Machthaber Kim Jong Un einen stillgelegten Kernreaktor wieder in Betrieb genommen hat. In der Anlage soll waffenfähiges Plutonium hergestellt werden können.

Nach der Auswertung neuer Satellitenbilder gibt es nach Angaben von Experten Anzeichen, dass Nordkorea seinen abgeschalteten Atomreaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wieder hochfährt. Auf der Webseite "38 North" des US-Korea-Instituts an der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität heißt es, Satellitenbilder vom 31. August zeigten, dass weißer Rauch von einem Gebäude in der Nähe der Reaktorhalle aufsteige, in dem die Dampfturbinen und die elektrischen Generatoren stehen. "Nordkorea scheint jetzt den Reaktor in Betrieb genommen zu haben", heißt es auf der Webseite des Instituts der renommierten Universität weiter.

Im Juni hatte das US-Korea-Institut anhand der Auswertung von Satellitenbildern vorhergesagt, dass der Fünf-Megawatt-Reaktor im Nuklearzentrum Yongbyon für einen Neustart Ende August bereit sein werde. Im Streit um sein Atomprogramm hatte das kommunistische Land Anfang April angekündigt, sämtliche Anlagen in Yongbyon neu starten zu wollen. In der Anlage können bis zu sechs Kilogramm Plutonium pro Jahr produziert werden, das zum Bau von Nuklearwaffen verwendet werden könne, berichtete "38 North" weiter.

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich seit dessen Atomtest im Februar dieses Jahres zugespitzt. Selbst der traditionelle Verbündete China reagierte zunehmend gereizt auf den jungen Machthaber Kim Jong Un. Peking bemüht sich um die Wiederaufnahme der seit 2009 eingefrorenen Sechs-Parteien-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, an denen auch die USA, Russland, Südkorea und Japan teilgenommen hatten. Die Gespräche liegen derzeit auf Eis.

© Süddeutsche.de/dpa/jasch
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