Wagenknechts Erfahrungen mit der Politik sind anfänglich eher negativ. Als Schülerin ist sie Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ), bekommt aber Probleme mit der SED und darf nach dem Abitur 1988 in der DDR nicht studieren. 1989 tritt sie ausgerechnet in die Partei ein, die ihr das Leben zuvor erschwert hat. "Aus einer Trotzhaltung heraus habe ich nach dem Mauerfall die DDR verteidigt. Weil ich es abstoßend fand, wie Leute, die mir in der DDR noch die Vorzüge der Honecker-Politik gepredigt hatten, sich plötzlich um 180 Grad drehten, habe ich nach der Wende Dinge gerechtfertigt, die ich vorher noch vehement kritisiert hatte", schrieb sie kürzlich in der SZ. Nach der Wende beginnt Wagenknecht ihr Studium in Jena, in Berlin, dann in Groningen in den Niederlanden, ihr Thema: Philosophie. Die Doktorarbeit im Fach Volkswirtschaftslehre, seit 2005 in Arbeit, reicht sie 2012 an der Universität Chemnitz ein.

Bild: picture-alliance / dpa 12. November 2019, 13:592019-11-12 13:59:28 © SZ.de/dayk