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Sachsen:GSG 9 geht gegen Freitaler Bürgerwehr vor

Freital

BKA und Bundesanwaltschaft durchsuchten am Morgen Wohnungen und Häuser in Freital.

(Foto: dpa)

Fünf Verdächtige werden heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Sie sollen Asylunterkünfte angegriffen haben. Die Vorwürfe reichen bis hin zu versuchtem Mord.

Spezialeinheiten der Bundespolizei (GSG 9) haben fünf mutmaßliche Rechtsterroristen im sächsischen Freital bei Dresden gefasst. Das gab die Bundesanwaltschaft bekannt. Die fünf Festgenommenen sollen Asylbewerberheime angegriffen haben. Ihnen wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung, schwere Körperverletzung und versuchter Mord vorgeworfen. Über die Festnahmen hatten zuvor Spiegel Online und MDR Info berichtet.

Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt durchsuchten mit 200 Beamten Wohnungen und Häuser in der Kleinstadt. Die im Juli gegründete terroristische Vereinigung soll sich "eine dreistellige Anzahl von pyrotechnischen Sprengkörpern verschiedenen Typs aus Tschechien beschafft" haben, um damit Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte und alternative Wohnprojekte zu begehen. Laut Spiegel Online sollen diese Böller bei den Durchsuchungen gefunden worden sein. Mit dem gleichen Typ von Böllern soll auch die mutmaßliche Neonazi-Terrororganisation "Oldschool Society" (OSS) Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte geplant haben. Die OSS wurde im Januar vom Generalbundesanwalt angeklagt.

Verfahren gegen sieben Männer und eine Frau

Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit zwei Verfahren gegen die Anhänger einer Bürgerwehr aus Freital. Vor etwa einer Woche war bekannt geworden, dass die Bundesanwaltschaft diese von der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft übernommen hat. Die Ermittlungen richten sich gegen ingesamt sieben Männer und eine Frau. Drei Männer im Alter zwischen 24 und 29 Jahren sitzen bereits in Untersuchungshaft, zwei von ihnen sollen als Rädelsführer agiert haben.

Bei den jetzt Festgenommenen handelt es sich um vier Männer im Alter von 18, 25, 26 und 39 Jahren sowie um eine 27-jährige Frau. Sie werden beschuldigt, im Oktober 2015 zwei Angriffe mit Feuerwerkskörpern und Steinen auf Asylunterkünfte in Freital und auf ein alternatives Wohnprojekt von Flüchtlingsunterstützern in Dresden verübt zu haben. Einer der bereits in Untersuchungshaft sitzenden soll bereits im September einen weiteren Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Freital verübt haben.

Die Verdächtigen sollen noch heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der entscheiden wird, ob sie in Untersuchungshaft kommen.

© Süddeutsche.de/mane/ewid

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