Russland„Sie übertragen ihren Selbsthass auf den Westen“

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Junge Moskauer genießen Anfang Juni das gute Wetter im Gorki-Park. In der Bevölkerung wächst die Kriegsmüdigkeit.
Junge Moskauer genießen Anfang Juni das gute Wetter im Gorki-Park. In der Bevölkerung wächst die Kriegsmüdigkeit. Pavel Bednyakov/AP Photo

Das Lewada-Zentrum blickt den Russen mit Umfragen in die Seele. Sein Leiter erklärt, warum manche den Krieg mit der Ukraine eskalieren wollen, andere ihn längst satthaben – und warum das Gefühl der Angst sie alle verbindet.

Von Silke Bigalke, Moskau

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Mitten in Moskau, zwischen Kreml und Lubjanka, dem Sitz des FSB, liegt das Büro des Lewada-Zentrums im ersten Stock eines renovierungsbedürftigen Altbaus. Lew Gudkow, 79, führt in den Besprechungsraum, in dem sonst kleine Gruppen junger und alter Russinnen und Russen nach ihrer Meinung befragt werden. Gudkow führte das Institut 15 Jahre lang, inzwischen ist er dessen wissenschaftlicher Leiter. Er setzt sich auf einen der vielen leeren Stühle, die Zahlen hat er im Kopf. Russlands letztes unabhängiges Meinungsforschungsinstitut wurde bereits 2016 als „ausländischer Agent“ gebrandmarkt, Gudkow bangt um die Zukunft des Zentrums. Was die Zukunft Russlands angeht, macht er sich keine Illusionen.

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