KremlkritikerRussland weist Vorwürfe zu Nawalnys Tod zurück

Vor zwei Jahren starb Kremlkritiker Alexej Nawalny in einem russischen Straflager. Zu seinem Todestag besucht seine Mutter, Ljudmila Nawalnaja, sein Grab in Moskau.
Vor zwei Jahren starb Kremlkritiker Alexej Nawalny in einem russischen Straflager. Zu seinem Todestag besucht seine Mutter, Ljudmila Nawalnaja, sein Grab in Moskau. Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
  • Der Kreml weist Vorwürfe von Bundesaußenminister Wadephul zurück, wonach Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein soll.
  • Viele Menschen besuchen heute zum zweiten Todestag Nawalnys Grab in Moskau, darunter seine Mutter, trotz Schneesturms.
  • Nawalnys Witwe Julia hatte am Samstag in München Laborergebnisse vorgestellt, die eine Vergiftung mit Nervengift belegen sollen.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Zwei Jahre nach dem Tod des Kremlkritikers besuchen zahlreiche Menschen sein Grab in Moskau. Nur der russische Staat habe die Möglichkeit gehabt, Nawalny zu vergiften, hatte Bundesaußenminister Wadephul gesagt.

Der Kreml weist Vorwürfe unter anderem von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu einer angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny vor zwei Jahren im Straflager „entschieden“ zurück. „Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Derweil besuchen viele Menschen, darunter Nawalnys Mutter, in Moskau das Grab des vor zwei Jahren im Straflager zu Tode gequälten Kritikers von Kremlchef Wladimir Putin. Der Todestag jährt sich heute zum zweiten Mal – viele Menschen kommen schon seit dem Morgen trotz Schneesturms zum Borissowskoje-Friedhof in der russischen Hauptstadt. International sind in mehr als 20 Städten Gedenkveranstaltungen zu Nawalnys Todestag geplant, in Deutschland soll in rund einem Dutzend Städten an ihn erinnert werden.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden und die Niederlande hatten am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, Wissenschaftler hätten „schlüssig“ den Giftstoff Epibatidin in Proben des Leichnams von Nawalny nachgewiesen. Das hochgiftige Sekret kommt ‌in der Natur in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vor. Wadephul zeigte sich schockiert. Nur der russische Staat habe die Mittel und die Möglichkeit gehabt, den Oppositionellen zu vergiften, sagte er.

Die russischen Behörden behaupten, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden könnten. Unklar ist, wie die Gewebeproben Nawalnys in den Westen gelangt sind.

© SZ/dpa/Reuters/chn - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Giftmord
:Europa macht Russland für den Tod von Nawalny verantwortlich

Zwei Jahre nach seinem Tod in einer russischen Strafkolonie ist es nun gewiss: Wissenschaftler haben das hochgiftige Epibatidin im Leichnam des Oppositionellen nachgewiesen. Seine Witwe Julija Nawalnaja hofft, dass Putin vor Gericht kommt.

SZ PlusVon Sina-Maria Schweikle und Frank Nienhuysen

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: