Der Kreml weist Vorwürfe unter anderem von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zu einer angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny vor zwei Jahren im Straflager „entschieden“ zurück. „Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Derweil besuchen viele Menschen, darunter Nawalnys Mutter, in Moskau das Grab des vor zwei Jahren im Straflager zu Tode gequälten Kritikers von Kremlchef Wladimir Putin. Der Todestag jährt sich heute zum zweiten Mal – viele Menschen kommen schon seit dem Morgen trotz Schneesturms zum Borissowskoje-Friedhof in der russischen Hauptstadt. International sind in mehr als 20 Städten Gedenkveranstaltungen zu Nawalnys Todestag geplant, in Deutschland soll in rund einem Dutzend Städten an ihn erinnert werden.
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden und die Niederlande hatten am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, Wissenschaftler hätten „schlüssig“ den Giftstoff Epibatidin in Proben des Leichnams von Nawalny nachgewiesen. Das hochgiftige Sekret kommt in der Natur in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen vor. Wadephul zeigte sich schockiert. Nur der russische Staat habe die Mittel und die Möglichkeit gehabt, den Oppositionellen zu vergiften, sagte er.
Die russischen Behörden behaupten, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden könnten. Unklar ist, wie die Gewebeproben Nawalnys in den Westen gelangt sind.

