Mittags ist die Schlange schon so lang, dass ihr Ende zwischen den Gräbern verschwindet. Die Menschen stehen an, um Blumen für Alexej Nawalny abzulegen, genau ein Jahr nach dessen Tod im russischen Straflager. Viele Hundert Menschen sind gekommen, „das ist die einzige Form des Protests, die uns noch bleibt“, sagt Grigorij. Seinen kleinen Sohn auf dem Arm schiebt er sich langsam zwischen den Grabsteinen vorwärts.
Nach dem Tod von Alexej NawalnyAm Jahrestag lassen Russen die Blumen sprechen
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Wer in Russland kritisch denkt, fühlt sich oft allein. Ein Jahr nach dem Tod des Oppositionsführers treffen sich nun Gleichgesinnte am Grab, ein selten möglicher Protest.
Von Silke Bigalke, Moskau
