Antisemitismus in Russland:"Wie kann man Frieden schließen mit einer Organisation, die töten will?"

Antisemitismus in Russland: Berel Lazar in Moskau: "Leider fehlt das Verständnis dafür, dass Terrorismus gestoppt werden muss."

Berel Lazar in Moskau: "Leider fehlt das Verständnis dafür, dass Terrorismus gestoppt werden muss."

(Foto: Sergei Bobylev/Imago/TAR-TASS)

Präsident Putin verurteilt den Hamas-Terrorismus nicht, in Moskau häufen sich antisemitische Äußerungen, in Dagestan stürmte ein antisemitischer Mob einen Flughafen. Wie geht es den Juden im Land? Ein Gespräch mit Russlands Oberrabbiner Berel Lazar.

Interview: Silke Bigalke, Moskau

Berel Lazar, Oberrabbiner von Russland, pflegt gute Beziehungen zum Kreml. Im Besprechungsraum seiner Synagoge steht ein Glasschrank voller staatlicher Orden und Urkunden, ein Foto zeigt ihn gemeinsam mit Wladimir Putin bei der Einweihung der Moskauer Synagoge vor 23 Jahren. Putin sei damals der erste Präsident gewesen, sagt Lazar, der Russlands Juden öffentlich unterstützt habe. Und jetzt? Häufen sich wieder antisemitische Äußerungen in Moskau, wo die Hamas trotz ihrer Gräueltaten kürzlich zu Gast war. Ende Oktober stürmte dann auch noch ein antisemitischer Mob den Flughafen in Machatschkala in Dagestan. Gewaltbereite Randalierer schwenkten Palästina-Flaggen und suchten auf dem Rollfeld nach Passagieren aus Israel.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusDurs Grünbein zum eskalierenden Antisemitismus
:Ungeheuerlich, diese Kälte

Ich hätte mir vieles träumen lassen - aber der nackte Judenhaß, mitten in Europa, in Deutschland? Nun wissen wir, woran wir sind.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: