Ukraine-KriegRussland droht Großbritannien

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Dieses Foto vom Telegram-Kanal des Gouverneurs der Region Moskau soll nach einem ukrainischen Angriff entstanden sein.
Dieses Foto vom Telegram-Kanal des Gouverneurs der Region Moskau soll nach einem ukrainischen Angriff entstanden sein.
Moscow Region Governor Andrei Vorobyov
  • Russland droht Großbritannien mit Konsequenzen, nachdem die Ukraine mutmaßlich mit britischen Drohnen russisches Territorium angegriffen hat.
  • Großbritannien liefert der Ukraine verschiedene Drohnensysteme und soll in diesem Jahr 150 000 Drohnen an Kiew übergeben.
  • In der Nacht zum Dienstag flogen beide Kriegsgegner schwere Angriffe aufeinander, wobei mindestens 19 Menschen in der Ukraine starben.
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Nach Angriffen der Ukraine mit britischen Drohnen kündigt Moskau Konsequenzen an. London kontert mit einem Bekenntnis.

Von Florian Hassel, Belgrad

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Russland hat Großbritannien Konsequenzen angedroht, nachdem die Ukraine mutmaßlich mit britischen Drohnen russisches Territorium angegriffen hatte. „Je tiefer seine Verwicklung in den Konflikt und je größer seine Unterstützung für Kiews terroristische Maschine, desto höher ist der Preis, den es zahlen wird“, heißt es in einer Mitteilung der russischen Botschaft. „Londons Aktionen, für die es sich zu verantworten hat, werden unausweichlich Konsequenzen nach sich ziehen.“ Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums konterte im Guardian, sein Land stehe „Schulter an Schulter mit der Ukraine, und wir sind engagiert dabei, der Ukraine die Ausrüstung zu liefern, die sie braucht, um sich gegen Putins illegale Invasion zu wehren“.

Moskaus Drohungen erfolgten, nachdem die Ukraine in den vergangenen Tagen mutmaßlich zwei von London gelieferte Drohnensysteme innerhalb Russlands eingesetzt hatte, wie die Times am 15. August unter Berufung auf ukrainische Quellen meldete. Die eine Drohne vom Typ Nyan kommt vom Hersteller Callen Lenz, der zum britischen Waffenkonzern BAE gehört. BAE bestätigte auf seiner Website, die Nyan habe „ihr Kampfdebüt in ukrainischen Händen“ gehabt.

London will in diesem Jahr 150 000 Drohnen liefern

Den von der Times zitierten ukrainischen Offiziellen zufolge sollen britische Drohnen im grenznahen Belgorod sowie gegen Ölraffinerien bei Moskau, in Jaroslawl und Wolgograd eingesetzt worden sein. Allerdings beträgt die Reichweite der Nyan laut Hersteller nur gut 150 Kilometer, für die letztgenannten Ziele ist das nicht weit genug. Dagegen reicht etwa die Drohne Ultra nach Angaben ihres britischen Herstellers Windracers 2000 Kilometer weit und soll mehr als 150 Kilo Sprengstoff tragen können. Windracers zählt, wie die britische Regierung am 15. April mitteilte, zu den Unternehmen, die in diesem Jahr 120 000 Drohnen an die Ukraine liefern sollen. Am 18. Juni stockte London die Zahl auf 150 000 Drohnen auf.

Großbritannien liefert der Ukraine auch sogenannte Leichtgewichtsraketen, die nur 13 Kilogramm schwer sind, doch eine Geschwindigkeit von mehr als 1500 Kilometern pro Stunde erreichen sollen. Damit wären sie etwa geeignet, neue düsengetriebene russische Drohnen vom Typ Geran-4 und Geran-5 abzuschießen, die bis zu 600 Kilometer pro Stunde schnell fliegen.

Großbritannien ist seit Beginn des russischen Überfalls einer der größten militärischen Unterstützer der Ukraine. So bestätigte London im Mai 2023, dass es die Ukraine mit Marschflugkörpern vom Typ Storm Shadow versorgt – so wie Frankreich, das die Variante Scalp lieferte. Nach Bekanntwerden der Lieferungen drohte Kremlsprecher Dmitrij Peskow London mit einer „passenden“ militärischen Antwort. Die ukrainische Luftwaffe setzte Storm-Shadow-Marschflugkörper etwa bei der Zerstörung des Hauptquartiers der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol am 22. September 2023 ein.

Auch den Versandhändler Wildberries griff die Ukraine wieder an – als legitimes militärisches Ziel

Im Juli 2024 erlaubte der damalige Ministerpräsident Keir Starmer Kiew den Einsatz dieser Marschflugkörper auch auf Ziele innerhalb Russlands. Machthaber Wladimir Putin warnte daraufhin am 25. September 2024, Moskau könne nach Angriffen mit konventionellen Waffen auch eine nukleare Vergeltung erwägen. Dennoch setzte Kiew Storm Shadows ein, etwa am 19. November 2025 bei einem Angriff auf eine russische Militäranlage in Brjansk und tags darauf bei der Zerstörung eines unterirdischen russischen Kommandopunktes in Marjino in der Region Kursk. Und am 25. Mai dieses Jahres will die Ukraine mit Storm-Shadow-Marschflugkörpern einen russischen Kommandopunkt in der besetzten Region Luhansk zerstört haben.

Beide Kriegsgegner flogen in der Nacht zum Dienstag wieder schwere Angriffe aufeinander. Das russische Verteidigungsministerium meldete, innerhalb eines Tages 1671 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben – es wäre der größte Drohnenangriff auf Russland im Verlauf des ganzen bisherigen Krieges. Die Ukraine attackierte dem Moskauer Staatsmedium Moscow 24 zufolge auch wieder ein Lager des größten russischen Versandhändlers Wildberries. Das Unternehmen hat auch militärisches Zubehör im Programm und wird von Kiew deshalb als legitimes militärisches Ziel betrachtet. Der ukrainische Infodienst Exilenova Plus zeigte auf seinem Telegram-Kanal etliche weitere Explosionen und Brände unter anderem in Moskau.

Moskau griff seinerseits in derselben Nacht etliche Ziele in der Ukraine an. Dabei kamen nach offiziellen Angaben mindestens 19 Menschen ums Leben. So habe Russland etwa eine Straßenkreuzung im Dorf Petschenihy in der Region Charkiw angegriffen und mindestens zehn Menschen getötet, so der Militärgouverneur. Weitere neun Menschen seien Angriffen in anderen ukrainischen Regionen zum Opfer gefallen.

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