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Russisches Revolutionsjahr 1917:Wie das Zarenreich unterging

Vom Aufruhr in St. Petersburg bis zum Triumph Lenins: Historische Bilder von der Februarrevolution und Oktoberrevolution 1917.

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Zar Nikolaus II. während eines Manövers

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Der Erste Weltkrieg tobt 1917 das dritte Jahr und hat Russland ausgezehrt: ökonomisch, politisch und moralisch. Der Blutzoll ist immens, das Elend wächst. Im Winter 1916/17 ist die Nahrungsmittelversorgung in weiten Teilen Russlands katastrophal - eine Verbesserung ist nicht absehbar. Zar Nikolaus II. ist zu keinen Reformen oder Zugeständnissen bereit.

Im Bild: Zar Nikolaus II. während eines Manövers.

Februarrevolution in Rußland, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Der Hass der einfachen Bevölkerung auf das Herrscherhaus wächst, es kommt zu offenen Demonstrationen. Am 24. Februar 1917 - nach dem heutigen Kalender ist es der 8. März - protestieren in der Hauptstadt St. Petersburg (damals Petrograd) etwa 200 000 Menschen, meist sind es Arbeiter. Sie rufen: "Brot, Frieden, Freiheit" und "Nieder mit dem Zaren!". Demonstranten werden erschossen, andere lynchen Polizisten.

Die erste russische Reichsduma 1906

Quelle: Scherl / SZ Photo

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Nikolaus II. weilt im Armeehauptquartier in Weißrussland und reagiert auf seine Weise. Weil im Parlament, der Duma, die Proteste und deren Auslöser diskutiert werden, erklärt der Zar die Volksvertretung für aufgelöst. Doch das Parlament weigert sich - und setzt ein Komitee ein, das Regierungsaufgaben übernimmt.

Im Bild: Zusammenkunft der ersten Duma in St. Petersburg 1906.

Die Februar-Revolution in Russland 1917; Russland Revolutionsjahr 1917

Quelle: SZ Photo

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Nun ist die Revolution in vollem Gange: Immer mehr Truppen laufen zu den Aufständischen über, Paläste, Ministerien und Gefängnisse werden gestürmt.

Im Bild: Ein in der Februarrevolution zerstörtes Palais eines Adeligen in St. Petersburg.

Februarrevolution in Rußland, 1917

Quelle: SZ Photo

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Soldaten töten ihre Offiziere, Waffenarsenale und Geschäfte werden geplündert. Der Zar wird zur Abdankung gezwungen und gefangengesetzt.

Im Bild: Russische Bürger demolieren nach dem Sturz des Zaren ein Denkmal.

Sitzung von Arbeiter- und Soldatenräten in St. Petersburg, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Neben der provisorischen Regierung bildet sich ein zweites Machtzentrum: Der "Petrograder Sowjet" ist ein "Arbeiter- und Soldatenrat", in dem anfangs gemäßigte Kräfte dominieren. Mehr als die Hälfte der Ratsmitglieder sind Soldaten.

Im Bild: Eine Versammlung von Arbeiter- und Soldatenräten stimmt mit Handheben ab.

Die Regierung Kerenski in Russland 1917; Russland Revolutionsjahr 1917

Quelle: SZ Photo

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An der Spitze der Regierung steht Alexander Fjodorowitsch Kerenski. Die bürgerlich ausgerichtete neue Führung macht sich rasch unbeliebt. Denn Kerenski will den Krieg gegen Deutschland und Österreich-Ungarn fortsetzen.

Im Bild: Kerenski (li.) bei einem Truppenbesuch.

Die Regierung Kerenski in Russland 1917; Juliputsch 1917 Russland Revolutionsjahr

Quelle: SZ Photo

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Russland kommt nicht zur Ruhe, mehrmals gibt es Aufstände und Putschversuche. Die linksradikalen Bolschewisten versuchen im Juli 1917 einen Staatsstreich - und werden von regierungstreuen Truppen zusammengeschossen.

Im Bild: Gefecht auf dem Newski-Prospekt in St. Petersburg.

Deutsche Soldaten bei Riga, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Doch die Russen sind kriegsmüde. An der Front gibt es Rückschläge, mancherorts verbrüdern sich sogar Deutsche und Österreicher mit russischen Soldaten.

Im Bild: Deutsche Truppen posieren nach der Eroberung Rigas mit Bannern von Kerenski-Truppen. Dort steht unter anderem "Es lebe die demokratische Republik".

Wladimir I. Lenin bei einer Parade, 1919

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Im Oktober putschen die Bolschewisten erneut - diesmal erfolgreich: Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Lenin, reißt die Macht an sich. Er schließt Frieden mit Deutschen und Österreichern, muss aber viel Territorium abtreten.

Im Bild: Lenin (in der Mitte mit Mantel) 1919 auf dem roten Platz in Moskau.

Zar Nikolaus II. in Gefangenschaft, 1917/18

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Die Zarenfamilie wird zu Volksfeinden erklärt und im Juli 1918 im Ural erschossen. Im Jahr 2000 erklärt die russisch-orthodoxe Kirche Ex-Zar Nikolaus und seine Angehörigen zu Märtyrern.

Im Bild: Der Ex-Zar im Winter 1917/18 als Gefangener beim Schneeschaufeln.

Verwahrloste Waisen auf der Straße in Rußland, 1917-1930

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Ungeachtet der Machtübernahme von Lenin und des Endes des Ersten Weltkriegs versinkt Russland weiter in Elend und Gewalt. Fünf Jahre tobt ein Bürgerkrieg, die Not der Bevölkerung ist entsetzlich. Etwa zehn Millionen Menschen sterben.

Im Bild: Verwahrloste russische Waisen. Das Bild entstand nach dem Revolutionsjahr.

© SZ.de/odg/dayk

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